Kein Empfang mit der Satellitenschüssel oder der Sat-Anlage? Dies kann vielfältige Ursachen haben. Wir gehen auf mögliche Fehler und deren Behebung ein.

Kein Signal am TV-Gerät

Sollten Sie gar kein Signal empfangen, dann könnte zum einen die Satellitenschüssel nicht auf den gewünschten Satelliten ausgerichtet sein. Überprüfen Sie in diesem Fall die Ausrichtung der Satellitenschüssel. Sofern Sie einen externen Receiver benutzen, stellen Sie auch sicher, dass dieser ordnungsgemäß angeschlossen ist und funktioniert. Achten Sie zudem darauf, dass Sie am Fernseher den korrekten TV-Eingang ausgewählt haben.

Kein Signal am TV-Bildschirm
Abbildung: Kein Signal am TV-Bildschirm

Sollte immer noch kein Signal zu empfangen sein, dann könnte ein Kurzschluss im Koaxialkabel vorhanden sein. In diesem Fall hat der Außenleiter (Abschirmung) hat an irgendeiner Stelle Kontakt zum Innenleiter. Eine mögliche Beschädigung der Isolierung (Dielektrikum) durch Knickstellen oder zu geringe Biegeradien könnten Ursache für diesen Kurzschluss sein.

Bild setzt ab und zu aus

Ebenfalls sollten Sie die Position der Satellitenschüssel überprüfen, wenn Sie permanent “Bildaussetzer” haben. Dies kann auf eine zu geringe Signalstärke hindeuten. Sehen Sie “Artefakte” oder “Klötzchen” auf dem Endgerät, dann kann dies ein Hinweis auf eine schlechte Signalqualität sein. Überprüfen Sie in diesem Fall, ob Gebäude oder Bäumen die Sichte der Schüssel auf den Satelliten stören.

Seien Sie sich bewusst, dass auch Regen oder Schnee die Signalstärke und die Signalqualität beeinflussen. Überprüfen Sie zudem, ob Sie “Knicke” im Kabel haben oder die Mindestbiegeradien nicht beachtet haben. Stellen Sie zudem sicher, dass die F-Stecker fachgerecht abisoliert und verschraubt bzw. gesteckt wurden. Überprüfen Sie am besten alle Verbindungsstellen.

Stärke (Pegel) und Qualität des vom LNB empfangenen Signals am Receiver
Abbildung: Stärke (Pegel) und Qualität des vom LNB empfangenen Signals am Receiver

Bildaussetzer können aber nicht nur eine Folge von einer zu geringen Signalstärke sein, sondern auch aus einer zu hohen Signalstärke resultieren. Elektronische Bauteile könnten in einem solchen übersteuert werden, was Ursache der Bildausfälle sein könnte. Haben Sie Multischalter verbaut, dann überprüfen Sie die dort eingestellte Verstärkung. Eventuell können Sie die Verstärkung dort reduzieren. Die Signalpegel sollten am Receiver im Bereich zwischen 50 dBµV und 75 dBµV liegen.

Klötzchenbildung nur auf bestimmten Sendern

Haben Sie das Problem, dass das Bild und der Ton nur auf bestimmten Sendern aussetzt und sich Artefakte bilden (“Klötzchen”)? Dann könnten Störquellen von anderen elektronischen Geräten die Ursache sein. Normalerweise sollte eine gute Abschirmung des Koaxialkabels das Eindringen von Störsignalen verhindern. Aber an Stellen wo der Innenleiter frei liegt, können Störsignale von diesem aufgenommen werden und das Sat-Signal stören.

Klötzchenbildung (Artefakte) durch Störfrequenzen, z.B. durch DECT-Telefone oder Babyphone
Abbildung: Klötzchenbildung (Artefakte) durch Störfrequenzen

Dies trifft insbesondere auf die Anschlussstellen der Koaxialkabel zu. Denn an diesen Stellen muss der Innenleiter zwangsweise für den Anschluss freigelegt werden. Dies kann bspw. an einem Erdungsblock oder an einem Multischalter oder an Antennensteckdosen der Fall sein. Achten Sie an diesen Stellen deshalb sehr gut auf eine korrekte Verbindung, insbesondere das Einbeziehen des abschirmenden Metallgeflechts in die Verschraubung.

Sollten von der Klötzchenbildung bspw. die Sender Sport 1, Tele 5 und DMAX betroffen sein, dann könnte ein schnurloses DECT-Telefon in Ihrer Nähe die Ursache für die Störung sein (Digital Enhanced Cordless Telecommunications). Auch wenn Sie ein solches Telefon nicht haben, so kann aber Ihr Nachbar eines besitzen! Denn tatsächlich ist die Reichweite der DECT-Frequenzen relativ hoch und kann somit über weite Strecken Ihr Sat-Signal beeinflussen. Gerade in Mehrfamilienhäusern erschwert dies die Ursachenforschung. Auch Babyphone arbeiten häufig mit DECT-Frequenzen!

DECT-Geräte übertragen ihre Signale mit Frequenzen zwischen 1.880 MHz und 1.900 MHz. Die oben genannten Sender wie Sport 1, Tele 5 und DMAX werden vom Satelliten über die Transponderfrequenz 12.480 MHz ausgestrahlt (d.h. im sogenannten Hochband). Der LNB setzt diese Transponderfrequenz für die anschließende Übertragung über das Koaxialkabel um 10.600 MHz herunter (siehe hierzu den Artikel Übertragung und Verarbeitung der Satellitensignale). Das Ergebnis überrascht Sie wahrscheinlich wenig: Diese Sender werden mit einer Frequenz von 1.880 MHz durch Ihr Koaxialkabel übertragen. Genau auf derselben Frequenz arbeiten auch die DECT-Geräte. Folglich koppeln sich an nicht korrekt abgeschirmten Stellen die DECT-Signale in das Koaxialkabel ein stören durch ihre identische Frequenz diese Sender.

Auf www.satindex.de finden Sie für alle möglichen Sender die entsprechenden Transponderfrequenzen. Auf diese Weise können Sie selbst herausfinden, ob sich Ihr Problem auf einige wenige Sender mit derselben Frequenz beschränken lässt. Wenn ja, dann ist wahrscheinlich eine fehlerhafte Abschirmung der Grund für die Klötzchenbildung.

Nicht alle Sender werden empfangen

Können Sie nur bestimmte Sender empfangen, und andere nicht? Beachten Sie, dass über das Satellitensignal auch verschlüsselte Sender übermittelt werden. Eventuell versuchen Sie einen verschlüsselten Sender zu sehen. Sollte dies der Fall sein, dann wird Ihnen dies in der Regel aber auf dem TV-Gerät angezeigt. Je nach Sender benötigen Sie spezielle Karten, die Sie in die CI-Schnittstelle (Common Interface) Ihres Receivers einlegen müssen, damit Sie diese Sender freigeschalten werden. Dies gilt auch für die meisten privaten Sender in HD!

CI-Schnittstelle (Common Interface) eines Receivers
Abbildung: CI-Schnittstelle (Common Interface) eines Receivers

Sollte der Fehler weiterhin bestehen, denn schauen Sie in den Sendereinstellung nach, welche Sender vom Ausfall betroffen sind. Überprüfen Sie, ob Sie nur Sender empfangen können, die in der vertikalen Polarisationsebene liegen (siehe beispielhaft die Abbildung unten).

Angezeigte Transponderinformationen im Menü des Receivers
Abbildung: Angezeigte Transponderinformationen im Menü des Receivers

In diesem Fall ist die Spannung am LNB zu gering, um auf die horizontale Polarisationsebene zu schalten. Hierfür sollte die Spannung nämlich 18 Volt betragen. Ursache könnte eine zu lange Leitung von der Spannungsquelle (Receiver oder Multischalter) zum LNB ein sein. In diesen Fällen ist der Spannungsabfall an der Leitung zu groß, sodass die Spannung am Ende der Leitung für den LNB zu gering ist. Bei Leitungslängen von über 50 m könnte dies der Fall sein.

Die Ursache einer zu geringen Spannung könnte auch auf einen verbauten Multischalter zurückzuführen sein. Einige Multischalter können nämlich sowohl ohne Netzteil als auch mit Netzteil betrieben werden. Werden sie ohne Netzteil betrieben, dann übernimmt ein angeschlossener Receiver die Spannungsversorgung. Ist diese aber zu gering, dann tritt der besagte Fehler auf. Verwenden Sie in diesem Fall das externe Netzteil für den Multischalter. Überprüfen Sie auch bei anderen Geräten, ob diese korrekt an die Spannungsversorgung angeschlossen sind.

Manche Sender funktionieren nicht und andere sind falsch benannt

Bei der Verwendung von Multischaltern müssen die vier Ausgänge des Quattro-LNBs korrekt den Eingängen am Multischalter zuordnen. Sind diese Ein- und Ausgänge falsch miteinander verbunden, dann werden die Empfangsebenen nicht korrekt ausgewählt. Entweder werden dann keine oder falsche Sender empfangen. Überprüfen Sie in diesem Fall die Verkabelung zwischen Quattro-LNB und Multischalter.

Überprüfung der Verbindungsleitungen zwischen Quattro-LNB und Multischalter
Abbildung: Überprüfung der Verbindungsleitungen zwischen Quattro-LNB und Multischalter