Internet-Fernsehen und IPTV wird immer beliebter und bietet eine echte Alternative zu Satellitenfernsehen, Kabelfernsehen oder DVB-T2. Wir erklären Ihnen wie dies funktioniert.

Was tun, wenn das Neuverlegen von Leitungen fürs Kabelfernsehen zu aufwendig ist und auch eine Satellitenschüssel oder eine DVB-T2-Antenne aufgrund ungünstiger Empfangsbedingungen nicht möglich ist? Um auf Fernsehunterhaltung dennoch nicht verzichten zu müssen, bietet sich Internet-Fernsehen oder IPTV an. In der Regel sind Sie dabei auch nicht auf ein spezielles Endgerät festgelegt. Sie können die Inhalte an jedem internetfähigen Gerät mit entsprechender Software empfangen (z.B. Smart-TV, PC, Tablet, Smartphone, etc.).

Internet-Fernsehen

Einige Sender bieten für ihr Fernsehprogramm einen TV-Stream oder Live-Stream an. Dies bedeutet, dass die Sender ihr Programm über das Internet ausstrahlen. Die Streams der Sender können Sie mit einem internetfähigen Gerät (Fernseher, PC, Tablet oder Smartphone) und entsprechender App empfangen. Je nach Sender sind diese TV-Streams sogar kostenlos, bei anderen Sendern wiederum müssen Sie dafür zahlen. Viele Sender bieten ihre Inhalte auch in Mediatheken an, sodass Sie die Sendungen jederzeit nach Ihren Wünschen abrufen können (“on demand“).

Die gesamte Programmvielfalt können Sie auf diese Weise aber nicht vernünftig abdecken. Nicht nur, weil Sie bei den verschiedenen kostenpflichtigen Sendern separat zahlen müssten, was sich sehr schnell zu großen Beträgen aufsummiert. Auch benötigen Sie für jeden Sender meist eine eigene App, was das Wechseln der Sender aufwendig macht. Mal eben schnell zappen ist nicht.

Nachteil von frei zugänglich bereit gestellten Fernsehinhalten im Internet ist häufig die Qualität. Vor allem bei Großereignissen im Live-Stream, d.h. wenn viele Zuschauer die gleichen Inhalte abrufen, kann die Qualität darunter leiden, da die Bandbreite dann automatisch für jeden einzelnen verringert wird. Auch kann man sich nicht immer sicher sein, dass alle Inhalte tatsächlich zur Verfügung stehen. Bei manchen Inhalten bspw. hindern Lizenzgründe die freie Verfügbarkeit.

Eine solche Form des Internet-Fernsehen (auch Web-TV genannt) kann also nur eine Notlösung sein. Es gibt aber zuverlässigere und qualitativ bessere Alternativen: IPTV!

IPTV (Internet Protocol Television)

Wesentlich komfortabler und qualitativ verlässlicher als herkömmliches Internetfernsehens ist es deshalb, auf spezielle Anbieter zu setzen, die die angeforderten Sender direkt zu Ihnen über das Internet streamen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von IPTV (Internet Protocol TV) oder von TV-Over-IP (nicht zu verwechseln mit Sat-Over-IP!).

Gegenüber dem klassischen Satellitenfernsehen hat dies den Vorteil, dass Sie auch Sender empfangen können, die Sie mit einer Satellitenschüssel evtl. nicht empfangen können (z.B. ausländische Sender). Wie viele Sender und welche Sender Sie mit dem Internet-Fernsehen genießen können, hängt vom Anbieter ab. Auch die Frage auf welche Anzahl an Endgeräten die Streams limitiert sind, ist anbieterabhängig. Sehr bekannt sind in diesem Bereich des Internet-Fernsehens die Streaming-Anbieter waipu.tv, Zattoo und Joyn.

Mit waipu.tv können Sie über Chromecast oder Amazon Fire TV ganz bequem jede Fernsehsendung von Ihrem Smartphone auf den Fernseher übertragen und somit im Großformat genießen. Auch On-Demand-Inhalte sind verfügbar wie bei Zattoo und Joyn. Mittlerweile bieten auch Mobilfunkanbieter oder Kabelnetzbetreiber Internet-Fernsehen an. Bekannt sind Vodafone GigaTV und MagentaTV.

Um IPTV direkt auf Ihrem Fernseher genießen zu können, benötigen Sie in der Regel eine spezielle Set-Top-Box, die die IP-Signale in Bild-Signale umwandelt und über ihren Fernsehern ausgibt. Die Set-Top-Box wird also auf der einen Seite mit dem Router verbunden (Eingang) und auf der anderen Seite mit dem Fernseher (Ausgang). Bei Smartphones und Tablets ist hingegen lediglich eine entsprechende App nötig.

Unterschied zwischen Internetfernsehen und IPTV

Häufig werden die Begriffe Internetfernsehen und IPTV synonym verwendet, es gibt jedoch grundlegende Unterschiede. Im Gegensatz zum Internetfernsehen, welches die Inhalte für jeden frei zugänglich macht, ist IPTV nicht frei für jeden zugänglich, sondern nur in geschlossenen Netzwerken verfügbar.

Die IPTV-Anbieter stellen also nur ihren eigenen Kunden den Stream zur Verfügung. Auf diese Weise lässt sich eine höhere und vor allem verlässlichere Qualität liefern, da die IPTV-Anbieter die benötigte Bandbreite für den Nutzer optimal zur Verfügung stellen können. Für HD-Inhalte sind bspw. Bandbreiten von etwa 8 Mbit/s pro Sender nötig. Laufen auf mehreren Endgeräten unterschiedliche Programme, dann vervielfacht sich diese Zahl natürlich. Kein Provider würde Ihnen beim Internetfernsehen solch hohe Bandbreiten und damit solche Qualitäten garantieren.

Beim Internetfernsehen haben Sie grundsätzlich keinen Anspruch auf eine funktionierende Übertragung und eine Mindestqualität (schließlich haben Sie keinen speziellen Vertrag geschlossen). Beim IPTV haben Sie hingegen einen Vertrag mit dem Anbieter abgeschlossen, der Ihnen bestimmte Mindeststandards zusichert. Auf diese Weise können Sie bei Nichterfüllung dann auch Ihre Ansprüche geltend machen. Kein Provider möchte es soweit kommen lassen, weshalb aus diesem Grund bereits ein hohes Interesse an guter und verlässlicher Qualität von Seiten der Anbieter besteht.