Bei der Übertragung der TV-Signale kommt dem Koaxialkabel und den daran befestigten F-Steckern eine besondere Bedeutung zu. Wir erläutern Ihnen deshalb den Aufbau und die Funktionsweise solcher Koaxialkabel und F-Stecker näher. Auf folgende Fragen gehen wir unter anderem näher ein:

  • Wie ist ein Koaxialkabel aufgebaut?
  • Welche zwei Zwecke hat die Schirmung eines Koaxialkabels?
  • Was bedeutet Konfektionierung und was gibt es dabei zu beachten?
  • Was versteht man unter der Impedanz (Wellenwiderstand)?
  • Erhöhen vergoldete F-Stecker die Signalqualität oder Signalstärke?
  • Was sind Absetzmaße?
  • Welche F-Stecker (Kompressionsstecker, Self-Install-Stecker oder Aufdrehstecker) sollte man verwenden?

Aufbau eines Koaxialkabels

Das Koaxialkabel ist letztlich dafür da, Informationen in Form von elektrischen Signalen zu übertragen. Ein elektrisches Signal ist dabei nichts anderes als eine elektrische Spannung. Wie üblich benötigt man hierfür zwei getrennte Leiter (zweipolige Leitungen). Zwischen diesen wird dann eine elektrische Spannung und somit das eigentliche Signal erzeugt. Der Einfachheit halber liegen bei herkömmlichen Leitungen diese Leiter meist nebeneinander und sind durch separate Ummantelungen gegeneinander isoliert.

Bei Koaxialleitungen hingegen liegen die Leitungen nicht nebeneinander, sondern einer der Leiter befindet sich im Inneren des anderen. Sie teilen sich praktisch eine gemeinsame Achse, weshalb es zur Bezeichnung “Ko-Axial”-Kabel kommt. Der Term “Ko” kommt dabei aus dem englischen von “co” als Abkürzung von “common”, was soviel bedeutet wie gemeinsam. Ko-Axial meint also nichts anderes als das Teilen einer “gemeinsamen Achse”.

Aufbau eines einfachen Koaxialkabels
Abbildung: Aufbau eines einfachen Koaxialkabels

Bei Koaxialkabeln wird einer der Leiter von einem anderen Leiter ummantelt und beide teilen sich somit eine gemeinsame Achse.

Der innere der beiden Leiter wird auch als Innenleiter oder als Seele bezeichnet und der äußere Leiter folglich Außenleiter genannt. Der Außenleiter führt gegenüber dem Erdpotential keine Spannung, d.h. er dient als Masse und wird deshalb auch an den Potentialausgleich des Gebäudes angeschlossen. Die Signalspannung führt somit lediglich der Innenleiter, der letztlich das eigentliche elektrische Signal überträgt. Damit es nicht zu einem Kurzschluss zwischen den Leitern kommt, sind sie durch ein isolierendes Material getrennt (Dielektrikum genannt).

Der Innenleiter

Der Innenleiter, der der eigentlichen Signalübertragung dient, kann unterschiedlich aufgebaut sein. Er kann bspw. aus vielen einzelnen Stahldrähten bestehen oder auch aus einem einzelnen massiven Kupferdraht. Einzeldrähte machen das Kabel zwar flexibler, jedoch ist die Dämpfung größer.

Grundsätzlich leitet Kupfer den Strom besser als Stahl und sogar auch besser als Gold! Aus diesem Grund sollte als Material des Innenleiters reines Kupfer oder noch besser versilbertes Kupfer zum Einsatz kommen, denn Silber ist eines der besten stromleitfähigen Materialien. Koaxialkabel mit Innenleitern aus einer Stahl-Kupfer-Legierung (CCS) sollten Sie vermeiden.

Achten Sie beim Kauf eines Koaxialkabels darauf, dass der Innenleiter aus massivem Kupfer oder aus versilbertem Kupfer besteht. Materialien wie Legierungen aus Stahl und Kupfer sollten Sie vermeiden!

Der Außenleiter: Die Abschirmung

Dass man den spannungslosen Außenleiter um den Innenleiter führt und nicht nebeneinander hat natürlich einen Grund. Auf diese Weise erzeugt nämlich der Außenleiter gemäß des Prinzips des Faradayschen Käfigs gleichzeitig eine Abschirmung gegenüber äußerer elektromagnetischer Einstrahlung. Deshalb bezeichnet man den Außenleiter auch als Schirmung. Mehr zum Thema Schirmung und finden Sie speziell im Artikel Dämpfung und Schirmung.

Der Außenleiter (Schirmung) dient nicht nur als Masse sondern gleichzeitig als Abschirmung, sodass der signalführende Innenleiter vor störender elektromagnetischer Strahlung abgeschirmt wird.

Im einfachsten Fall besteht der Außenleiter aus einem Geflecht aus Kupfer-Zinn oder aus einem Aluminium-Geflecht, das um das Dielektrikum gewickelt ist (einfach geschirmte Kabel). Für eine größere Abschirmung umwickelt man das Dielektrikum zusätzlich noch mit einer dünnen Folie aus Aluminium (doppelt geschirmte Kabel). Eine solche doppelte Schirmung ist heutzutage Standard. Die Schichtfolge aus Folie und Geflecht kann sich prinzipiell auch beliebig wiederholen, z.B. Folie-Geflecht-Folie-Geflecht-Folie. In diesem Fall würde man dann von einer 5-fach Abschirmung sprechen. Nachteilig könnte bei hohen Abschirmungen jedoch die zunehmende Dicke der Kabel sein. Die Kabel sind hierdurch nicht nur unflexibler, sondern Sie werden evtl. auch Schwierigkeiten haben passende F-Stecker zu finden, die auf solch dicke Kabel optimal passen.

Aufbau eines doppelt abgeschirmten Koaxialkabels mit Folie und Drahtgeflecht
Abbildung: Aufbau eines doppelt abgeschirmten Koaxialkabels mit Folie und Drahtgeflecht

Häufig ist die Anzahl der Abschirmungen meist nur Marketing. Denn besser eine hochwertige 2-fach Abschirmung mit Innenleiter aus Vollkupfer als eine 5-fach Abschirmung mit minderwertigem Stahl-Kupfer-Innenleiter. Achten Sie also lieber auf die Art und Weise und die Qualität der Abschirmung sowie auf das Material des Innenleiters als auf die bloße Abschirmanzahl. Lassen Sie sich ebenfalls nicht von hohen Schirmungsmaßen beeindrucken. Wir zeigen Ihnen hierzu abschließend in diesem Artikel noch ein Experiment, mit dem Sie sich selbst ein Bild darüber machen können.

Dielektrikum

Im Koaxialkabel baut sich aufgrund der Potentialdifferenz zwischen Innenleiter und Außenleiter ein elektrisches Feld auf, auch wenn kein direkter Kontakt zwischen den beiden Leitern besteht. Dieses elektrische Feld ändert gemäß der Signalfrequenz permanent seine Stärke. Durch das dazwischenliegende Dielektrikum wird das elektrische Feld im Vergleich zu Luft jedoch abgeschwächt. Das Dielektrikum ist somit maßgeblich für die Dämpfung in Koaxialkabeln verantwortlich.

Als Dielektrikum sollte man deshalb ein Material verwenden, welches das elektrische Feld kaum abschwächt, aber dennoch elektrisch isolierend wirkt. Luft wäre natürlich die beste Wahl. Ein solches luftgefülltes Kabel wäre aber mechanisch nicht wirklich stabil und es besteht beim Knicken die Gefahr, dass beide Leitungen einen Kurzschluss bilden. Aus diesem Grund wird als Dielektrikum häufig aufgeschäumtes Polyethylen (PE) verwendet. Es bietet durch die Lufteinschlüsse einen geringen Verlustfaktor und hohe Flexibilität, besitzt aber aufgrund des Polyethylens eine ausreichend hohe mechanische Stabilität.

Als Dielektrikum sollten aufgeschäumte Materialien zum Einsatz kommen und keine Vollmaterialien.

Ummantelung

Um das Koaxialkabel vor mechanischen Beschädigungen zu schützen, ist dieses meist mit einer Schutzschicht aus PVC ummantelt. Diese Schutzschicht wird deshalb auch als Ummantelung bezeichnet. Die Ummantelung der meisten Koaxialkabel ist in schlichtem Weiß gehalten. Dies hat den Vorteil, dass Sie an einer weißen Wand nicht auffallen. Es gibt aber auch schwarze Koaxialkabel. Dies dient aber nicht etwa dekorativen Zwecken. Schwarze Koaxialkabel sind im Gegensatz zu weißen Koaxialkabeln aufgrund der speziellen Zusammensetzung der Ummantelung beständig gegen UV-Strahlung.

UV-Licht beständiges Koaxialkabel (schwarze Ummantelung)
Abbildung: UV-Licht beständiges Koaxialkabel (schwarze Ummantelung)

Vom LNB kommend sollten Sie also zunächst zu solchen UV-Licht-beständigen Koaxialkabeln greifen. Diese schwarzen Kabel sind jedoch sehr unflexibel und können nicht sonderlich gut gebogen werden. Deshalb sollten Sie zum Verlegen der Kabel im Inneren von Gebäuden weiterhin auf die weißen, deutlich flexibleren, Koaxialkabel setzen. Da Sie nach dem Einführen der Kabel durch die Hauswand ohnehin einen Potentialausgleich mit Hilfe eines Erdungsblocks vornehmen müssen, können Sie dann in diesem Zusammenhang auch gleich auf die weißen Koaxialkabeln wechseln.

Der Wellenwiderstand (Impedanz)

Die elektrischen Signale in Koaxialkabeln breiten sich letztlich als elektrische Welle aus. Von Wellenerscheinungen weiß man, dass diese reflektiert werden, sobald diese auf ein Hindernis auftreffen. Mit einer sich ausbreitenden Wasserwelle kann man dieses Phänomen der Reflexion anschaulich nachvollziehen. Läuft eine Wasserwelle in einem Rohr gegen das abgeschlossene Rohrende, dann wird die Welle dort reflektiert und läuft zurück.

Ausbreitungswiderstand für Wasserwellen

In Gedanken kann man sich nun auch vorstellen, dass die Wasserwelle nicht auf ein starres Rohrende aufläuft, sondern auf einen Rohrabschnitt der mit zähflüssigem Öl gefüllt ist. Man beobachtet dabei, dass beim Auftreffen der Wasserwelle ebenfalls Reflexionen auftreten. Man stellt aber auch fest, dass ein Teil der Welle sich im Öl weiter ausbreitet. Ein Teil der ursprünglichen Welle wird sozusagen durch das Öl hindurch weitergeleitet; man spricht von Transmission. Nutzt man in Gedanken anstelle des Öls, ein noch zähflüssigeres Medium wie bspw. Honig, dann wird die ursprüngliche Wasserwelle stärker reflektiert als transmittiert. Im Extremfall führt dies eben dazu, dass bei sehr festen Medien, die auflaufende Welle nahezu vollständig reflektiert wird (wie eben bei einem verschlossenen Rohrende).

Wie stark eine Welle reflektiert oder transmittiert wird, hängt also davon ab, wie stark die ursprüngliche Welle am Weiterlaufen gehindert wird. Man kann folglich den Medien, in denen sich Wellen ausbreiten, bestimmte Ausbreitungswiderstände zuordnen. Ändert sich der Ausbreitungswiderstand zweier Medien sehr stark, dann wird auch der Großteil der Welle reflektiert. Ändert sich der Ausbreitungswiderstand eines Mediums hingegen kaum, dann wird der Großteil der Well transmittiert und nur ein geringer Teil reflektiert.

Ausbreitungswiderstand für elektrische Signale

Bei den elektrischen Signalen (elektrischen Wellen) in Koaxialkabeln hat man nun im Prinzip die analoge Situation wie bei der Welle in Wasser, die auf Öl bzw. Honig trifft. Das elektrische Signal breitet sich zwischen Außenleiter und Innenleiter aus, d.h. über das Dielektrikum als Ausbreitungsmedium (dies ist ja auch der bereits erwähnte Grund, weshalb das Dielektrikum maßgeblich für die Signaldämpfung verantwortlich ist). Am Ende der Leitung trifft die elektrische Welle schließlich auf das Ausbreitungsmedium Luft, mit einem anderen Ausbreitungswiderstand. Es kommt somit zu starken Reflexionen.

Man kann solche Ausbreitungswiderstände also auch auf Medien beziehen, in denen sich elektrische Signale ausbreiten. Man spricht in diesem Zusammenhang dann vom Wellenwiderstand bzw. von der Impedanz. Wie üblich nutzt man für Widerstände in der Elektrotechnik die Einheit Ohm, so auch für den Wellenwiderstand. Trotz der identischen Einheit, hat die Impedanz grundsätzlich nichts mit dem ohmschein Leitungswiderstand zu tun – dies sind zwei völlig unabhängige Größen, die jeweils eine komplett andere Bedeutung haben! Die Wellenwiderstand ist bspw. nicht von der Länge der Leitung abhängig, der Leitungswiderstand hingegen schon.

Impedanz bezeichnet den Wellenwiderstand eines Mediums, in dem sich ein elektrisches Signal (elektrische Welle) ausbreitet.

Ändert sich die Impedanz sehr stark, wenn ein elektrisches Signal auf ein geändertes Medium trifft (vgl. Welle in Wasser trifft auf Honig), dann wird der Großteil des Signals reflektiert und nur wenig wird weitergeleitet, d.h. transmittiert. Das Verhältnis der Impedanzen zweier Medien gibt deshalb Aufschluss darüber wie viel des ursprünglichen Signals reflektiert wird.

Das Verhältnis der Wellenwiderstände zweier Medien gibt an, wie stark ein elektrisches Signal reflektiert wird, wenn dieses auf die Grenzfläche der beiden Medien trifft.

Impedanz von Koaxialkabeln

Die Impedanz bei Koaxialkabeln hängt vom Verhältnis der Durchmesser von Innenleiter und Außenleiter ab und von der Eigenschaft des dazwischenliegenden Dielektrikums. Letzteres wird durch die sogenannte relative Permittivität ausgedrückt. Die relative Permittivität gibt im Prinzip die Abschwächung des elektrischen Feldes aufgrund des Dielektrikums an.

Wenn Sie mehrere Koaxialkabel verwenden, dann müssen Sie stets darauf achten, dass diese jeweils identische Impedanzen aufweisen. Ansonsten würde das Signal beim Übergang von einem Koaxialkabel auf das andere reflektiert werden. Hierdurch sinkt zum einen die transmittierte Signalstärke sinken, zum anderen überlagern sich die reflektierten Signalanteile mit den entgegenkommenden Signalen (Interferenz genannt). Damit würde die eigentliche Signalinformation derart verändert werden, dass keine brauchbare Signalübertragung mehr möglich ist.

Um eine gemeinsame Grundlage für die Impedanz von Koaxialkabel zu schaffen, hat man sich in der Fernsehtechnik deshalb auf eine Impedanz 75 Ohm geeinigt. Sie können also bedenkenlos Koaxialkabel kombinieren, sofern beide eine identische Impedanz von 75 Ohm aufweisen. Dieser Wert ist natürlich nicht willkürlich, sondern hat den Grund, dass bei dieser Impedanz die geringsten Verluste zu erwarten sind.

Abschlusswiderstände (Endwiderstände)

Besondere Bedeutung kommt dem Ende einer Signalleitung zu, d.h. dem Ende eines Koaxialkabels. Denn wenn Sie dort keinen Verbraucher angeschlossen haben (z.B. in Form eines Receivers oder eines TV-Gerätes), ändert sich am Übergang von Koaxialkabel zu Luft die Impedanz sehr stark. Es kommt zu Reflexionen und das Signal läuft zurück und stört den gesamte Signalfluss auf der Leitung. Man muss deshalb das Signal am Ende der Leitung sozusagen auslaufen lassen. Im übertragenen Sinne entspricht dies einer Wasserwelle, die auf einen Strand trifft und dort so stark abgebremst (gedämpft) wird, sodass sie nicht mehr zurück ins Meer reflektiert wird.

In einem Koaxialkabel erreicht man ein solches reflexionsfreies Abdämpfen des Signals durch den Anschluss eines Abschlusswiderstandes (auch als Endwiderstand bezeichnet). Mit 75 Ohm entspricht der Widerstandswert dabei der Impedanz des Koaxialkabels. Durch die identischen Widerstandswerte erhält man keine Reflexionen beim Einkoppeln des Signals in den Widerstand, und durch den Widerstandswert an sich eine Dämpfung. Das Signal läuft praktisch reflexionsfrei aus.

Abschlusswiderstand (Endwiderstand) an einer Durchgangsdose (Enddose)
Abbildung: Abschlusswiderstand (Endwiderstand) an einer Durchgangsdose (Enddose)

Abschlusswiderstände dienen dem Auskoppeln des Signals am Ende einer Leitung, um störende Reflexionen zu vermeiden. Der Widerstandswert entspricht dabei der Impedanz der Leitung.

Sollte das Koaxialkabel neben dem eigentlichen Signal noch eine Gleichspannung führen (z.B. zur Spannungsversorgung einer DVB-T2-Antenne, eines Multischalters oder LNBs), dann benötigen Sie sogenannte DC-entkoppelte Endwiderstände (gleichstromentkoppelte Abschlusswiderstände). Diese sorgen dafür, dass kein Gleichstrom durch den Abschlusswiderstand gelangt. Ansonsten setzt der Abschlusswiderstand durch den relativ großen Strom sehr viel Leistung um (Leistung = STROM x Spannung), was zu einer starken Erwärmung führt.

Mindestbiegeradius

Es wurde bereits erwähnt, dass die Impedanz eines Koaxialkabels unter anderem vom Durchmesserverhältnis zwischen Außenleiter und Innenleiter abhängig ist. Gerade wenn Sie ein Koaxialkabel aber zu stark biegen oder gar quetschen, verändern Sie an dieser Stelle dieses Durchmesserverhältnis. Dies wiederum führt dazu, dass die Impedanz nicht mehr stimmt und störende Reflexionen auftreten können. Deshalb gibt es je nach Koaxialkabel und Hersteller bestimmte Mindestbiegeradien einzuhalten.

Beachten Sie beim Verlegen von Koaxialkabeln die vom Hersteller vorgegebenen Mindestbiegeradien, um störende Signalreflexionen zu vermeiden.

Anschlussstecker

Ob Sie ein Koaxialkabel fürs Kabelfernsehen oder fürs Satellitenfernsehen nutzen möchten, ist dem Koaxialkabel grundsätzlich egal. Es gibt keine speziellen Koaxialkabel fürs Kabelfernsehen oder fürs Satellitenfernsehen. Es sind vom Aufbau her dieselben Kabel, auch wenn findige Verkäufer gerne etwas anderes erzählen, um Koaxialkabel fürs Satellitenfernsehen teurer verkaufen zu können.

Der Stecker macht den Unterschied

Was tatsächlich beim Kabelfernsehen unterschiedlich ist im Vergleich zum Satellitenfernsehen, sind die Anschlussstecker der Koaxialkabel. Bei Antennenkabeln fürs Kabelfernsehen handelt es sich um IEC-Stecker (korrekterweise Belling-Lee-Stecker). Für den Radioempfang über das Kabelnetz nutzen Sie im Übrigen dasselbe Kabel, Sie vertauschen lediglich die Enden des Kabels.

Belling-Lee-Stecker (ICE-Stecker) fürs Kabelfernsehen bzw. Radio und F-Stecker fürs Satellitenfernsehen
Abbildung: Belling-Lee-Stecker (ICE-Stecker) fürs Kabelfernsehen bzw. Radio und F-Stecker fürs Satellitenfernsehen

Beim Satellitenfernsehen kommen hingegen F-Steckverbinder zum Einsatz. Solche F-Stecker sind explizit für die Selbstmontage vorgesehen. Da sich die Koaxialkabel jedoch je nach Dicke des Innenleiters und der Anzahl der Schirmungen in ihren Durchmessern unterscheiden können, müssen Sie darauf achten den passenden F-Stecker zu verwenden. Die Auswahl und die Anbringung des passenden F-Streckers zum Koaxialkabel werden auch als Konfektionierung bezeichnet.

Für die einfache Zuordnung der passenden F-Stecker zum verwendeten Kabel, sind an der geriffelte Außenseite Ringe angebracht. Die Anzahl der Ringe steht für die Kabeldurchmesserbereiche, für die der F-Stecker geeignet ist:

Anzahl der RingeDurchmesserbereich (Außendurchmesser) in mm
3bis 4,0
2von 5,0 bis 5,2
1von 5,8 bis 6,1
0von 7,0 bis 8,2
Auswahl der richtigen Größe der F-Stecker für das Koaxialkabel (Konfektionierung)
Abbildung: Auswahl der richtigen Größe der F-Stecker für das Koaxialkabel (Konfektionierung)

Was das Anbringen der F-Stecker am Kabel anbelangt, unterscheidet man hauptsächlich drei Varianten. Es gibt F-Stecker zum Aufschrauben auf das Koaxialkabel (Aufdrehstecker) oder F-Stecker zum Verpressen (Kompressionsstecker). Zudem gibt es noch die Variante, die sich beim Aufstecken von selbst verpresst (Self-Install-Stecker).

F-Aufdrehstecker, Self-Install-F-Stecker und F-Kompressionsstecker
Abbildung: F-Aufdrehstecker, Self-Install-F-Stecker und F-Kompressionsstecker

Bei Aufdrehsteckern hat der F-Stecker eine Art Gewinde, das sich beim Drehen selbständig ins Koaxialkabel schraubt. Von Aufdrehsteckern ist aber grundsätzlich abzuraten, da beim Aufdrehen häufig die Abschirmung beschädigt wird. Besser sind Kompressionsstecker. Dabei wird das Koaxialkabel in den F-Stecker gesteckt und anschließend mit eine Kompressionszange fest verpresst. Ebenfalls gut geeignet sind Self-Install-Stecker. Bei dieser Steckervariante wird das Koaxialkabel lediglich unter Kraftaufwand in den F-Stecker geschoben.

Bevorzugt sollten Sie bei der Konfektionierung von Koaxialkabeln zu Kompressionsstecker oder zu Self-Install-Stecker greifen.

Achten Sie beim Material von F-Steckern darauf, dass diese nicht unbedingt aus Zink-Druckguss sind. Oft halten diese das geforderte Anzugsdrehmoment von 3,4 Nm nicht aus und brechen. Hochwertige F-Stecker sind aus vernickeltem Kupfer. Sind die F-Stecker zudem für den Einsatz im Freien gedacht, dann sollten Sie welche mit Dichtring nehmen, damit keine Feuchtigkeit eindringt (siehe Abbildung oben, rechts).

Koaxialkabel konfektionieren

Egal welche Stecker Sie letztlich benutzen, Sie müssen Sie das Kabel zunächst fachgerecht abisolieren. Hierzu müssen Sie den Innenleiter vom Dielektrikum abisolieren und den Außenleiter (Schirmung) freilegen. Da sich F-Stecker jedoch je nach Hersteller in der Länge etwas unterscheiden, müssen Sie unbedingt deren Absetzmaße beachten. Diese geben konkret vor, wie weit Sie welche Komponenten des Kabels abisolieren müssen (meist im Bereich zwischen 6 und 8 mm).

Zwar können Sie das Abisolieren mit einem handelsüblichen Cutter-Messer vornehmen, jedoch besteht dabei häufig die Gefahr, dass Sie zu tief in die Isolierschichten einschneiden und die darunterliegenden Leiter bzw. Abschirmungen beschädigen. Aus diesem Grund gibt es spezielles Abisolierwerkzeug (Absetzwerkzeug), mit dem Sie bequem das Abisolieren vornehmen können.

Nachdem Sie die Leiter abisoliert haben, stülpen Sie für die Installation eines Kompressions- oder Self-Install-Steckers das Drahtgeflecht des Außenleiters gleichmäßig nach hinten um die Ummantelung. Wie konkret Sie vorgehen müssen, wenn Sie ein mehrfach abgeschirmtes Kabel mit mehreren Lagen Geflecht und Folie haben, erfahren Sie in der Montageanleitung der Hersteller. Einige empfehlen bspw. nur das äußerste Geflecht umzustülpen, andere wiederum sagen man solle alles umstülpen. Bei manchen F-Steckern müssen Sie bspw. auch die innerste Folie auf dem Dielektrikum belassen und bei anderen wiederum das Dielektrikum komplett freilegen.

Das umgestülpte Drahtgeflecht muss in jedem Fall aber vollständig Kontakt mit der Innenseite des F-Steckers haben, ansonsten ist eine vollständige Abschirmung nicht gewährleistet. Gerade bei aufgeschraubten Steckern, besteht an dieser Stelle die Gefahr, dass sich beim Aufschrauben das Drahtgeflecht verzwirbelt oder im schlimmsten Fall durch das Gewinde abgeschnitten wird. Eine fachgerechte Abschirmung ist dann nicht mehr gegeben. Aus diesem Grund sollten Sie keine F-Stecker zum Aufschrauben verwenden. Im Übrigen dürfen Sie bei Aufdrehsteckern auch gar die Schirmung einfach um die Ummantelung legen, sondern Sie müssen die Ummantelung umwickeln. Wir raten aber grundsätzlich von Aufdrehsteckern ab.

Mit der Genauigkeit nicht übertreiben!

Manche Hersteller nehmen es mit der Angabe der Absetzmaße etwas zu genau und geben diese auf ein hundertstel Millimeter genau an. Dies ist natürlich Blödsinn, denn allein aufgrund eines Temperaturunterschieds von bspw. 30 °C dehnt sich Kupfer auf einer Länge von einem Meter bereits um 0,5 mm aus. Sie können also beruhigt mit einer Genauigkeit von 0,5 mm arbeiten, so viel Toleranz muss drin sein.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Nach dem Aufstecken bzw. Verpressen des Steckers, sollten Sie unbedingt die Verbindung nochmals kontrollieren. Meist werden beim Anbringen der F-Stecker nämlich die größten Fehler gemacht, was hauptsächlich Ursache für Störungen ist. Achten Sie darauf, dass das Dielektrikum außerhalb und vor allem bündig am eigentlichen Schraubenkopf anliegt. Der Innenleiter darf keinesfalls in den Innenraum hineinragen. Kontrollieren Sie auch nochmals, dass sich kein Drahtgeflecht um die Isolierschicht gelegt hat und in den Innenraum ragt.

An dieser Stelle raten wir auch grundsätzlich von überteuerten vergoldeten F-Steckern ab, die in den allermeisten Fällen nur dem Marketing dienen. Im Bereich der privaten Fernsehtechnik haben solche Stecker keinerlei wahrnehmbaren Effekt.