Möchten Sie zwei oder mehrere Satelliten im sogenannten Multifeed mit nur einer Satellitenschüssel gleichzeitig empfangen und so die Programmvielfalt steigern? Beliebt ist in diesem Zusammenhang häufig die Kombination Astra/Hotbird oder Astra/Türksat. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf Sie dabei achten müssen und welches Zubehör Sie benötigen. Folgende Fragen soll dieser Artikel unter anderem beantworten:

  • Wie kann man Astra und Hotbird oder Türksat gleichzeitig mit nur einer Satellitenschüssel empfangen?
  • Welche Möglichkeiten für eine solches Multifeed gibt es?
  • Kann man mit einer Schüssel beliebige Kombinationen von Satelliten empfangen?
  • Was sind Vorteile und Nachteile von Monoblocks?
  • Wie berechnet sich der Abstand der LNBs zueinander?

Reflexionscharakteristik von Satellitenschüsseln

Grundsätzlich können Sie mit einem LNB nur ein Satellitensignal von einer bestimmten Satellitenposition empfangen und nicht zwei Signale von unterschiedlichen Satelliten gleichzeitig! Denn schließlich ist die Satellitenschüssel mit ihrem LNB auf einen bestimmten Satelliten bzw. dessen Signale ausgerichtet. Nur Strahlen die von dieser Satellitenposition ausgehen, treffen optimal auf die Schüssel und fokussieren sich in einem einzelnen Punkt. Dies entspricht dem Brennpunkt, wo sich die Spitze des LNBs befindet (das sog. Feedhorn).

Fokussierung der Strahlung auf den LNB
Abbildung: Fokussierung der Strahlung auf den LNB

Die untere Simulation zeigt die Signale der Astra-Satellitenposition 19,2° Ost in Form von Kugeln, die auf die parabolförmige Satellitenschüssel treffen. Bei korrekter Ausrichtung werden die Kugeln so reflektiert, dass sich alle anschließend am Feedhorn des LNB sammeln.

Auch wenn die Satellitenschüssel nur auf eine Satellitenposition eingestellt ist, so treffen auch die Signale von anderen Satelliten auf die Schüssel. Die Strahlen bündeln sich dann aber nicht mehr in einem Punkt, sondern laufen in einem größeren Bereich zusammen. Es handelt sich dann eben nicht mehr um einen Brennpunkt, sondern um einen Brennbereich, der nicht mehr stark fokussiert ist. Je nach Einstrahlrichtung liegt dieser Brennbereich links oder rechts des optimal ausgerichteten Brennpunktes, sowie auch etwas darüber oder darunter.

Fokussierung verschiedener Satellitensignale bei schrägem Empfang im Multifeed
Abbildung: Fokussierung verschiedener Satellitensignale bei schrägem Empfang im Multifeed

Die untere Simulation zeigt hierzu die Bündelung der Strahlen von anderen Satellitenpositionen (wieder in Form von Kugeln dargestellt). In der Simulation ist die Schüssel wieder auf die Astra-Satellitenposition 19,2° Ost optimal ausgerichtet (rot). Simuliert sind die Signale des Türksat-Satelliten auf 42 °Ost (gelb), die des Astra-Satelliten auf 28° Ost (grün) und die des Hotbird-Satelliten auf 13° Ost (blau) sowie die des Thor-Satelliten auf 0,8° West (magenta). Es ist zu erkennen, dass sich die seitlich einfallende Strahlung nicht mehr in einem Brennpunkt fokussiert.

Multifeed

Auch wenn sich die Satellitensignale von anderen Satelliten nicht mehr in einem einzigen Punkt bündeln, so kann man diese aber dennoch mit einem LNB registrieren. Man muss dann allerdings Abstricht in der Signalstärke und Signalqualität in Kauf nehmen. Ein solches gleichzeitiges Empfangen von mehreren Satellitensignalen mit mehreren LNBs nennt sich Multifeed. Für einen Multifeed benötigen Sie spezielle Halterungen für Ihre Satellitenschüssel, die genügend Platz für die Montage der verschiedenen LNBs bieten. Da die LNBs dabei je nach Satellitenrichtung eine leicht unterschiedliche Ausrichtung haben, bezeichnet man ein solches Multifeed auch als schielende Sat-Anlage.

Als Multifeed (schielende Sat-Anlage) bezeichnet man das Empfangen mehrere unterschiedlicher Satellitensignale mit mehreren LNBs.

Anordnung der LNB auf der Multifeedschiene

Die LNBs werden meist auf eine gebogenen Multifeedschiene mit unterschiedlichen Winkelabständen angeordnet. Die Abstände ergeben sich aufgrund der unterschiedlichen Satellitenpositionen. Bezüglich dieser Satellitenpositionen, müssen Sie die LNBs aufgrund der Reflexion der Satellitensignale an der Schüssel jedoch seitenverkehrt montieren. Steht bspw. aus Sicht der Schüssel der Hotbird-Satellit rechts des Astra-Satelliten, so müssen Sie den Hotbird-LNB auf der Multifeedschiene links vom Astra-LNB anordnen.

Seitenverkehrte Anordnung der LNBs aufgrund der Reflexion der Satellitensignale an der Schüssel
Abbildung: Seitenverkehrte Anordnung der LNBs aufgrund der Reflexion der Satellitensignale an der Schüssel

Anpassung der LNB in der Höhe

Die verschiedenen LNB-Positionen ergeben sich also aus den unterschiedlichen Satellitenpositionen. Dies gilt aber nicht nur für verschiedenen Azimutwinkel unter dem die Satelliten ihre Signale ausstrahlen. Auch die verschiedenen Neigungswinkel (Elevationswinkel), unter denen die Strahlen auf die Satellitenschüssel treffen, gilt es zu berücksichtigen. Demzufolge gibt es auch einen vertikalen Winkelabstand, der dazu führt, dass die LNBs sich auf unterschiedlichen Höhen befinden. Da die Elevationswinkel für die gängigen Satellitenpositionen jedoch meist um die 30° betragen und in der Regel nicht weit auseinander liegen, ergeben sich oft nur geringe Höhenunterschiede. Sie sind aber für den optimalen Empfang zu berücksichtigen! Bei guten Multifeedhalterungen lassen sich deshalb auch die einzelnen LNBs in der Höhe verstellen. In manchen Fällen lässt sich auch die gesamte Multifeedschiene schräg stellen.

Anordnung der LNBs auf verschiedenen Höhen aufgrund unterschiedlicher Elevationswinkel der Satellitensignale
Abbildung: Anordnung der LNBs auf verschiedenen Höhen aufgrund unterschiedlicher Elevationswinkel der Satellitensignale

Abhängigkeit der Positionierung der LNB vom Standort

Zwar werden die einzelnen Satellitensignale je nach Standort unter unterschiedlichen Neigungswinkeln und Azimutwinkeln empfangen, die Winkelunterschiede zwischen den verschiedenen Satellitenpositionen sind jedoch in weiten Grenzen relativ unabhängig vom Standort. Die untere Abbildung zeigt hierzu den Vergleich der verschiedenen Satellitenpositionen für die Standorte Freiburg (rot) und Cottbus (blau). Zusätzlich sind noch die Satellitenpositionen aus Sicht der Stadt Madrid in Spanien eingezeichnet (gelb). Es ist zu erkennen, dass die relativen Satellitenabstände (dargestellt durch weiße Pfeile) in allen Fällen nahezu identisch sind. Anders als häufig behauptet, ist die relative Anordnung der einzelnen LNBs auf der Multifeedschiene also nicht maßgeblich vom Standort beeinflusst. Lediglich die Schüssel bzw. die Multifeedhalterung wird anders positioniert (bspw. durch eine bereits erwähnte Schiefstellung).

Vergleich der Satellitenpositionen an verschiedenen Standorten
Abbildung: Vergleich der Satellitenpositionen an verschiedenen Standorten

Einige Hersteller von Multifeed-Halterungen haben deshalb bereits allgemeine Markierungen an den Schienen angebracht, um Ihnen die grobe Einstellung der LNBs zu erleichtern. Zudem sind je nach Standort meist Richtwerte für die Höhenunterschiede der LNBs bzw. der Winkelschiefstellung der Halterung geben. Schauen Sie also am Besten in der Installationsanleitung nach. Sie werden aber nicht umhinkommen, die Feineinstellung der LNBs von Hand vorzunehmen!

Ausrichten der LNBs

Beim Einstellen der Satellitenschüssel werden Sie in der Regel mit jenem Satelliten beginnen, dessen Signalstärke am geringsten ist. Auf diesen richten Sie zunächst die Satellitenschüssel optimal aus. Der LNB steht dann direkt im Brennpunkt der Schüssel. Die Vorgehensweise ist dabei prinzipiell dieselbe wie wenn Sie nur einen Satelliten empfangen möchten. Nun montieren Sie den zweiten LNB für die andere Satellitenposition und verschieben diesen bis sie ein messbares Signal empfangen. Beachten Sie dabei eventuelle Hinweise von Seiten des Herstellers für Ihr Multifeed-Modell. Nun heißt es Fingerspitzengefühl und Geduld. Versuchen Sie die bestmögliche Position (auch in der Höhe) zu finden. Verfahren Sie auf diese Weise auch mit den anderen LNBs.

Bei sehr ungünstig zu empfangenden Satellitenpositionen wie bspw. Astra 19,2°Ost und Türksat 42°Ost, kann es hilfreich sein, keinen der beiden in den Fokus zu rücken. Platzieren Sie beide LNBs so, dass sie ihr Signal jeweils schielend empfangen, wobei der weniger gut zu empfangende Satellit (in diesem Fall Türksat) deutlich näher an den Brennpunkt rücken sollte. Sie nehmen dann zwar Qualitätseinbußen für beide Satelliten in Kauf, Astra 19,2°Ost wird dies aber deutlich besser vertragen, sodass sie auf beiden Positionen ausreichend Empfang haben sollten. Mindestens 100 cm sollte die dabei verwendete Schüssel aber schon aufweisen. Sie verringern somit die Gefahr drohender Bildausfälle bei schlechtem Wetter.

Anordnung der LNBs im Multifeed für Astra (rechts) und Türksat (links)
Abbildung: Anordnung der LNBs im Multifeed für Astra (rechts) und Türksat (links)

Aufgrund der Erdkrümmung müssen Sie zudem berücksichtigen, dass die horizontal und vertikal polarisierten Satellitensignale mancher Satelliten nicht mehr parallel bzw. vertikal zur Erdoberfläche auf den LNB eintreffen. Sie müssen deshalb die einzelnen LNBs in ihren Halterungen drehen (siehe Skew-Winkel), um einen optimalen Empfang zu haben. Viele Programme zur Satellitenfindung, wie bspw. Dishpointer, berechnen Ihnen diesen Verdrehwinkel je nach Standort der Schüssel und gewünschtem Satelliten. Im Vergleich zum Elevationswinkel und Azimutwinkel lässt der Skew-Winkel in der Regel weitaus größere Abweichungen zu. Winkeltoleranzen kleiner 5° sollten den Empfang nicht empfindlich stören. Lediglich wenn es sich um schwierig zu empfangende Satellitenpositionen handelt, könnte es auf jedes Grad ankommen.

Einstellung des Skew-Winkels (Verdrehung des LNB)
Abbildung: Einstellung des Skew-Winkels (Verdrehung des LNB)

Abschätzung der Abstände der LNB im Multifeed

Die wohl meist diskutierte Frage im Zusammenhang mit dem Multifeed, ist die Frage nach der konkreten Berechnung der Abstände der LNB. Häufig findet man Berechnungsformeln, die suggerieren als könne man in der Praxis die Abstände auf den Millimeter genau einstellen. Verabschieden Sie sich am besten gleich von dieser Vorstellung! Denn eine solche exakte Berechnung müsste voraussetzen, dass es einen fest definierten Punkt gibt, an dem alle ausgesendeten Signale eines “angeschielten” Satelliten sich treffen. Wie bereits oben erläutert und in der Animation zu sehen war, gibt es einen solchen Brennpunkt für die schielenden LNBs aber nicht mehr!

Zudem hängt die Positionierung der LNBs von der genauen Form der Schüssel ab. Darüber hinaus ändern sich die Abstände, sobald Sie einen anderen Satelliten in den Fokus nehmen. Es gibt also viel zu viele (unbekannte) Einflüsse, die eine exakte Berechnung der LNB-Abstände in der Praxis unmöglich machen. Die dennoch angegebenen Berechnungen können also allemal nur eine grobe Näherung sein. Ihnen wird in der Praxis nichts anderes übrigbleiben, als jede Menge Geduld und Fingerspitzengefühl beim Ausrichten der einzelnen LNBs aufzubringen. Herstellerangaben bei Multifeed-Anlagen helfen Ihnen aber in der Regel bei der Ausrichtung.

Wenn Sie gar keine Ahnung haben, in welchen Größenordnungen sich die Abstände der LNBs zueinander bewegen, können Sie die untere Abbildung nutzen.

Abschätzung der Abstände zwischen den einzelnen LNBs im Multifeed
Abbildung: Abschätzung der Abstände zwischen den einzelnen LNBs im Multifeed

Beispiel 1: Sie möchten Astra 19,2°Ost und Hotbird 13°Ost kombinieren. Der Abstand zwischen Schüssel und LNB beträgt L = 56 cm. Gemäß der Abbildung ergibt sich dann ein ungefährer Abstand zwischen den LNBs von b = 0,18 x 56 cm = 10 cm.

Beispiel 2: Sie möchten Astra 19,2°Ost und Türksat 42°Ost kombinieren. Der Abstand von LNB zur Schüssel beträgt L = 63 cm. Addieren Sie der Einfachheit halber zunächst die Abstände c und d aus der oberen Abbildung (=0,25+0,31=0,56) und multiplizieren Sie diesen Wert anschließend mit dem Abstand der Schüssel von 63 cm. Sie erhalten auf diese Weise einen ungefähren Abstand der LNBs von 35 cm (=0,56 x 63 cm).

Bitte beachten Sie unbedingt, dass dies alles nur (sehr) grobe Näherungswerte sind. Die genaue Positionierung der LNB, vor allem auch in der Höhe und in der Verdrehung (Skew-Winkel), müssen Sie durch ausprobieren herausbekommen! Nutzen Sie in erster Linie die Angaben des Herstellers, über den Sie die Multifeedhalterung bzw. die Satellitenschüssel bezogen haben.

Monoblock-LNB: Die Kompromisslösung

Für beliebte Satellitenkombinationen wie Astra/Hotbird, gibt es auch sogenannte Monoblock-LNBs. Diese bestehen aus zwei einzelnen LNBs, die aber bereits auf einem gemeinsamen Block starr vormontiert sind. Man kann solche Monoblocks an ihren zwei Feedhörnern erkennen. Vorteil der Monoblocks ist die schnelle und einfache Montage, da der Winkelabstand voreingestellt ist und nicht justiert werden muss.

Monoblock
Abbildung: Monoblock

Der Nachteil von Monoblocks zeigt sich jedoch in der Empfangsleistung bzw. Empfangsqualität, da der exakte Winkelunterschied zwischen den Satelliten und damit der LNBs vom Standort der Schüssel abhängt ist. Da Monoblocks aber nicht für einen bestimmten Standort gefertigt werden, sind sie allenfalls eine Näherungslösung. Zudem hängt der tatsächlich benötigte Abstand der LNBs von der Form der Schüssel ab. Hersteller von Monoblocks sind somit zu einer Mittellösung gezwungen sind. Sie gehen mit einem Monoblock also immer einen Kompromiss ein und haben nie optimalen Empfang. Dass sie dennoch funktionieren, zeigt die Praxis. Sie können also durchaus auf Monoblocks zurückgreifen, wenn die Empfangsvoraussetzungen stimmen.

Ein Multifeed mit zwei getrennt zu justierenden LNBs bietet in jedem Fall aber die besseren Ausrichtungsmöglichkeiten. Vor allem an Standorten mit schlechtem Empfang, sollten Sie sich die Anschaffung eines Monoblocks deshalb gut überlegen.

Ungünstige Satellitenpositionen empfangen

Beachten Sie, dass ausgehend der Symmetrieachse (“Nullpunkt”) der Schüssel die Empfangsleistung mit zunehmendem Abweichwinkel mehr und mehr abnimmt. Wie die obere Animation zeigte, verschwimmt zudem der Brennbereich immer mehr und mehr und die Signalqualität nimmt ab. Sie werden also nicht alle im “Blickfeld” der Schüssel liegenden Satelliten auch tatsächlich empfangen können. Wenn Sie dennoch solche ungünstigen Satellitenpositionen kombinieren möchten, dann benötigen Sie entweder eine zweite Schüssel oder eine drehbare Satellitenschüssel mit Motorsteuerung. Die Motorsteuerung dreht die Schüssel dann je nach gewünschter Satellitenposition in die entsprechende Richtung. Drehanlagen sind jedoch nicht nur teuer sondern die Drehazeiten sind auch relativ lange. Bei einem Senderwechsel, wo auf ein anderes LNB geschalten wird, sind die Umschaltzeiten somit relativ hoch.

Im Multifeed mit Parabolantennen können Sie immer nur einen LNB optimal auf einen Satelliten ausrichten. Die anderen LNBs empfangen die Signale nur “schielend” außerhalb der optimalen Empfangsleistung. Diese schielenden LNBs haben somit nie optimalen Empfang. Für eine ausreichende Schlechtwetterreserve auch bei widrigen Empfangsbedingungen wie Schnee und Regen, sollte Sie deshalb im Multifeed eher zu einer größeren Satellitenschüssel greifen. Bei der Kombination Astra und Hotbird sollten allerdings 80 cm mehr als ausreichend sein, da diese Satellitenpositionen gut zu empfangen sind. Für die Kombination Astra/Türksat, sollten sie hingegen eher zu einer 100 cm großen Schüssel greifen.

Bei Satellitenpositionen die sehr nahe beieinander liegen, rücken auch die jeweiligen LNBs sehr nahe zusammen, vor allem bei kleinen Satellitenschüsseln. Bei relativ breiten LNBs kann es dabei zu Problemen kommen, da der geringe Abstand nicht realisiert werden kann. Hierfür gibt es spezielle LNBs, die relativ schmal gehalten sind. Solche LNBs tragen häufig den Namen “multifeed-tauglich”. Dies ist aber kein geschützter Name und kein Garant, dass der Empfang von nahe beieinander liegenden Satellitenpositionen funktioniert. Eventuell müssen Sie auch auf eine größere Schüssel ausweichen, da bedingt durch den größeren Abstand der LNBs zur Schüssel, dann auch die Abstände der LNBs zueinander größer werden.

Spezielle Satellitenschüsseln

Es wurde bereits ausführlich erläutert, dass bei herkömmlichen Parabolantennen nur ein Brennpunkt existiert. Satellitenschüsseln können aber auch so geformt und mit einem zusätzlichen Reflektoren ausgerüstet werden, dass sich mehrere Brennpunkte ergeben, genauer gesagt eine Brennlinie. Auf diese Weise lassen sich merehre LNBs auf der Brennlinie anordnen und haben dann optimalen Empfang. Somit lässt sich ein Großteil der verfügbaren Satelliten empfangen. Mit der sogenannte Wavefrontier torodial Antenne können Sie auf diese Weise ohne weiteres über 10 unterschiedliche Satellitenpositionen empfangen. Die untere Abbildung zeigt hierzu den prinzipiellen Aufbau solcher Antennen.

Prinzipieller Aufbau einer Wave-Frontier torodial Antenne
Abbildung: Prinzipieller Aufbau einer Wave-Frontier torodial Antenne

TechniSat bietet mit seiner Satellitenschüssel Multytenne ein ähnliches System, mit dem bis zu vier Satellitenpositionen empfangen werden können. In den Antenneneinstellungen des TechniSat-Receivers müssen Sie dann nur noch den entsprechenden Menüpunkt Multytenne aktivieren.

Digital Satellite Equipment Control (DiSEqC)

Der Empfang von mehreren Satellitenpositionen im Multifeed erfordert eine spezielle Steuerungstechnik. Denn ein Receiver besitzt nur einen Eingang. Ohne weitere Hardware bzw. Software kann somit auch nur ein LNB angesteuert werden, d.h. eine Satellitenposition. Für den Multifeed wird also weitere Hardware mit spezieller Steuerungstechnik nötig, die sogenannte Digital Satellite Equipment Control (DiSEqC). Im Artikel Multifeed: Mehrere Teilnehmer an einem Multifeed (DiSEqC) wird hierauf näher eingegangen. Sie erfahren in diesem Artikel auch, wie man die einzelnen Komponenten an die Sat-Anlage anschließen muss.