Wie bereits im Artikel Satellitenanlage mit einem Satellit und mehr als vier Teilnehmer erläutert, hat ein Multischalter in der Regel fünf Eingänge. Vier davon sind stets für die vier Empfangsebenen gedacht. Der fünfte Eingang dient der optionalen Einspeisung eines terrestrischen Signales wie bspw. DVB-T2 oder fürs Kabelfernsehen (DVB-C). Der Multiswitch kann diese Signale zusätzlich zum Satellitenfernsehen an die Teilnehmer verteilen.

Dieser Artikel geht deshalb detaillierter auf die gleichzeitige Versorgung von Kabelfernsehen (oder DVB-T2) und Satellitenfernsehen näher ein. Folgende Fragen soll dieser Artikel klären:

  • Wie kann man Kabelfernsehen oder DVB-T2 gleichzeitig zum Satellitenfernsehen verteilen?
  • Benötigt man für aktive Antennen eine separate Spannungsversorgung?
  • Was sind Fernspeiseweichen und wofür werden sie verwendet?
  • Wofür benötigt man Einspeiseweichen?

Verteilung von DVB-T2/DVB-C mit Hilfe eines Multischalters

Multischalter bieten neben den zwingend erforderlichen vier Eingängen für die Empfangsebenen, meist auch einen fünften Eingang. Dieser wird häufig als terrestrischer Eingang oder als Terrestrik bezeichnet. Gemäß den einzuspeisenden Frequenzen trägt dieser Eingang auch häufig die Beschriftung UHF/VHF. An diesem Eingang können Sie dann bspw. DVB-T2-Signale einer entsprechenden Antenne einspeisen. Die untere Abbildung zeigt hierzu schematisch den Anschlussplan unter Verwendung eines 5/8-Multischalters.

Installation einer Sat-Anlage mit einem Satelliten und bis zu 8 Teilnehmern und zusätzlicher terrestrischer Einspeisung (z.B. DVB-T2)
Abbildung: Installation einer Sat-Anlage mit einem Satelliten und bis zu 8 Teilnehmern und zusätzlicher terrestrischer Einspeisung (z.B. DVB-T2)

Obwohl der Begriff “Terrestrik” strenggenommen nicht auf das Kabelfernsehen zutrifft, können auch DVB-C-Signale des Kabelanbieters am terrestrischen Eingang des Multischalters eingespeist werden. Dies macht deshalb keinen Unterschied, weil beide Signale dieselben Frequenzen nutzen. Wenn im Folgenden also von Terrestrik die Rede ist, dann soll dies immer auch das Kabelfernsehen einschließen.

Sollten Sie nun also ein terrestrisches Signal an ihrem Multischalter einspeisen, dann muss dieses in der Regel verstärkt werden. Dabei müssen Sie jedoch nicht immer den Multischalter an eine externe Spannungsquelle anschließen. Je nach Hersteller des Multischalters, kann die notwendige Spannungsversorgung auch ein angeschlossener Receiver übernehmen. In diesem Fall benötigt der Multischalter also keine zusätzliche Spannungsversorgung. Sie müssen sich in diesem Fall dann auch keine Gedanken um einen Stromanschluss in der Nähe des Multischalters machen.

Falls jedoch alle Receiver ausgeschaltet sind und somit keinen Strom liefern, dann kann die Terrestrik aufgrund der nicht vorhandenen Verstärkung ausfallen. Um dies zu vermeiden, sollten Sie dann unbedingt eine externe Spannungsversorgung für den Multischalter verwenden, der dann die Verstärkung des terrestrischen Signals gewährleistet.

DVB-T2-fähige Receiver

Achten Sie bei DVB-T2 darauf, dass Ihr TV-Geräte diese Signale auch ausgeben bzw. dekodierten kann. Ist ihr Fernseher mit einem sogenannten Triple-Tuner ausgestattet, dann können Sie damit alle drei gängigen Übertragungsarten wie DVB-S, DVB-C und DVB-T empfangen. Bei alten TV-Geräten müssen Sie sich eventuell einen DVB-T2-Receiver kaufen. Achten Sie beim Kauf auf das grüne “DVB-T2 HD” Symbol, dann können Sie sich sicher sein, dass dieser für DVB-T2 geeignet ist.

DVB-T2 HD Receiver
Abbildung: DVB-T2 HD Receiver

Einsatz von Fernspeiseweichen

Bei einigen Multischaltern kann es erforderlich sein, die Spannungsversorgung für aktive DVB-T2-Antennen separat zu gewährleisten (schauen Sie hierzu in die Installationsanleitung Ihres Multischalters). Dies erfolgt dann über eine sogenannte Fernspeiseweiche mit entsprechendem Netzteil. Die Fernspeiseweiche wird zwischen Antenne und Multiswitch platziert. Die Spannungsversorgung für die aktive Antenne wird nur über den Antenneneingang ausgegeben. Achten Sie also darauf, dass die Fernspeiseweiche korrekt angeschlossen ist. Zudem müssen Sie die richtige Spannung für die Antenne auswählen. Manche Fernspeiseweichen bieten auch die Möglichkeit unterschiedliche Spannungen einzustellen.

Fernspeiseweiche zur Spannungsversorgung einer aktiven Antenne
Abbildung: Fernspeiseweiche zur Spannungsversorgung einer aktiven Antenne

Die untere Abbildung zeigt schematisch den Anschlussplan einer aktiven DVB-T2-Antenne, die über eine Fernspeiseweiche an einen Multischalter angeschlossen ist.

Installation einer Sat-Anlage mit einem Multischalter und zusätzlicher terrestrischer Einspeisung über eine Fernspeiseweiche (z.B. DVB-T2)
Abbildung: Installation einer Sat-Anlage mit einem Multischalter und zusätzlicher terrestrischer Einspeisung über eine Fernspeiseweiche (z.B. DVB-T2)

Verteilung der gemeinsamen Signale

Die Frequenzen der terrestrischen Signale und die der LNB-Signale beeinflussen sich grundsätzlich nicht gegenseitig, da sie weit auseinander liegen. Aus diesem Grund können/werden sie auch über ein gemeinsames Koaxialkabel vom Multischalter zur entsprechenden Antennendose übertragen. Man muss also nicht zwei Koaxialkabel vom Multischalter zur Antennendose legen. Es reicht hierfür ein Koaxialkabel, das an einen Ausgang des Multischalters angeschlossen wird und anschließend zur Antennendose führt. Die Trennung der Signale erfolgt direkt in der Antennendose, an die das Koaxialkabel angeschlossen wird.

Verteilung von DVB-T2/DVB-C über eine Einspeiseweiche

Wenn Sie das Satellitensignal eines Single-, Twin- oder Quad-LNB mit dem eines terrestrischen Signals zusammenführen möchten, so ist ein Multischalter nicht geeignet, da diesem die vier Empfangsebenen getrennt voneinander zugeführt werden müssen. Die Single-, Twin- oder Quad-LNBs liefern aber keine vier voneinander getrennte Empfangsebenen. Für diese Fälle gibt es hingegen spezielle Einspeiseweichen (nicht zu verwechseln mit den Fernspeiseweichen zur “Einspeisung” der Versorgungsspannung aus “der Ferne”).

Einspeiseweiche zum Zusammenführen von Satellitenfernsehen und DVB-T2 (oder Kabelfernsehen)
Abbildung: Einspeiseweiche zum Zusammenführen von Satellitenfernsehen und DVB-T2 (oder Kabelfernsehen)

Einspeiseweichen führen letztlich beide Signale zusammen und geben diese über nur noch ein Koaxialkabel weiter. Für Einspeiseweichen ist keine zusätzliche Spannungsversorgung notwendig. Die obere Abbildung zeigt eine Einspeiseweiche bei der nur ein LNB angeschlossen werden kann. Eine solche Einspeiseweiche ist zum Beispiel für ein Single-LNB geeignet. Möchten Sie hingegen jedem Teilnehmer eines Quad-LNBs gleichzeitig terrestrisches Fernsehen zur Verfügung stellen, so benötigen Sie Einspeiseweichen mit vier LNB-Eingängen (siehe Abbildung unten).

Einspeiseweiche zum Einschluss eines Quad-LNBs
Abbildung: Einspeiseweiche zum Einschluss eines Quad-LNBs

Die untere Abbildung zeigt schematisch einen Schaltplan, bei dem zusätzlich zu den Satellitensignalen eines Quad-LNBs, ein DVB-T2-Signal eingespeist wird.

Installation einer Sat-Anlage mit einem Quad-LNB und zusätzlicher terrestrischer Einspeisung über eine Einspeiseweiche (z.B. DVB-T2)
Abbildung: Installation einer Sat-Anlage mit einem Quad-LNB und zusätzlicher terrestrischer Einspeisung über eine Einspeiseweiche (z.B. DVB-T2)

Eine bereits vorhandene Satellitenschüssel als Antenne für DVB-T2-Signale zu nutzen, funktioniert im Übrigen nicht! Die DVB-T2-Signale werden technisch ganz anders gesendet und empfangen als Satellitensignale. Sie benötigen für den Empfang von DVB-T2 somit spezielle DVB-T2-Antennen!