Wir zeigen Ihnen wie Sie ihre Satellitenschüssel richtig ausrichten, um auch bei schlechtem Wetter optimalen Empfang zu haben. Denn eine hochwertigste Sat-Anlage nützt nämlich nichts, wenn das Satellitensignal nur schwach empfangen wird oder die Signalqualität mies ist. Wie wichtig eine korrekte Ausrichtung ist, zeigt sich vor allem bei schlechtem Wetter. In diesem Fall ist die Signalübertragung dann durch dicke Wolken und Regen zusätzlich beeinträchtigt. Es drohen Bildausfälle. Damit dies nicht so leicht passiert, zeigen wir Ihnen deshalb vorauf Sie beim Ausrichten der Satellitenschüssel achten müssen und beantworten unter anderem folgende Fragen:

  • Wie richtet man eine Satellitenschüssel richtig aus?
  • Was ist der Unterschied zwischen Azimut-Winkel und Elevations-Winkel?
  • Wie bestimmen sich die Winkel in Abhängigkeit vom Standort?
  • Was ist der Skew-Winkel und muss dieser immer berücksichtigt werden?

Die Grobjustierung

Bevor man sich an die Feinjustierung der Satellitenschüssel macht, sollte man diese zunächst grob vertikal und horizontal auf das Satellitensignal ausrichten. Die vertikale Positionierung der Schüssel nach oben und unten erfolgt anhand des Elevationswinkels (Neigungswinkel). Die horizontale Ausrichtung der Satellitenschüssel durch Drehen nach links und rechts erfolgt hingegen über den Azimutwinkel (Drehwinkel). Merken Sie sich also:

Um den Azimutwinkel (Drehwinkel) einzustellen, müssen Sie Ihre Antennenschüssel drehen und um den Elevationswinkel (Neigungswinkel) einzustellen, müssen Sie Ihre Antennenschüssel neigen.

Azimutwinkel (Drehwinkel) und Elevationswinkel (Neigungswinkel) für das Ausrichten der Satellitenschüssel
Abbildung: Azimutwinkel (Drehwinkel) und Elevationswinkel (Neigungswinkel) für das Ausrichten der Satellitenschüssel

Wo befindet sich “mein” Satellit überhaupt?

Zunächst muss man sich Gedanken machen, welchen Satelliten man für das Satellitenfernsehen überhaupt nutzen möchte, denn schließlich befinden sich nicht alle Telekommunikationssatelliten an einer gemeinsamen Stelle am Himmel. Die “Rückseite” der Erde hätte dann gar kein Signal. Deshalb gibt es länderspezifische Positionen, an denen sich die Satelliten befinden. Viele der deutschen Haushalte nutzen dabei die Astra 1 Satelliten auf der Satellitenposition 19,2° Ost. Dieser Satellit liefert über 1200 Programme für den europäischen Raum, darunter die öffentlich-rechtlichen Sender sowie viele Privatsender wie Sky und auch ausländische Sender. Mehr Informationen hierzu auf der Internetseite von ASTRA.

Das Satellitensignal von Astra 19,2°Ost ist hierzulande in leicht östlicher Richtung zu finden, wenn man in Richtung Süden blickt. Lassen Sie sich an dieser Stelle aber nicht von den Bezeichnungen der Satellitenpositionen wie “19,2°Ost” oder “1° West” täuschen. Es handelt sich dabei nämlich nicht um die Angabe einer Blickrichtung, sondern um die Positionen der Satelliten über dem Äquator. Grundsätzlich wird sich ein Telekommunikationssatellit immer direkt über dem Äquator befinden, damit sich dieser mit der Erdrotation mitdrehen kann und sich seine relative Lage zur Erdoberfläche nicht verändert – ansonsten müsste man die Satellitenschüssel ständig mit der sich ändernden Position mitdrehen.

Satellitenpositionen von Thor, Astra und Türksat über dem Äquator
Abbildung: Satellitenpositionen von Thor, Astra und Türksat über dem Äquator

Lediglich der Längengrad (vertikal von Pol zu Pol verlaufende Linien auf dem Globus) auf dem sich ein solcher Satellit über dem Äquator befindet, kann frei gewählt werden. So befindet sich der besagte Astra-Satellit auf dem Längengrad “19,2° Ost”. Er steht somit direkt senkrecht über dem Kongo in Afrika. Dies bedeutet, dass eine gedachte Verbindungslinie vom Satelliten zum Erdmittelpunkt direkt durch den Kongo führt, wo sich Äquator und der Längengrad 19,2° Ost schneiden. Der Satellit Thor auf der Position 1° West befindet sich hingegen 1° westlich des Nullmeridians. Beachten Sie, dass es sich bei den eingezeichneten roten Linien in der oberen Abbildung nur um Verbindungslinien handelt und nicht um die Abstrahlrichtung der Satellitensignale!

Satellitenpositionen geben den Längengrad an auf dem sie sich über dem Äquator befinden.

Je nach Beobachtungsstandort kann sich also der Astra-Satellit mit der Position 19,2° Ost tatsächlich in östlicher Richtung oder aber auch in westlicher Richtung befinden. In diesem Zusammenhang geben die Azimutwinkel und Elevationswinkel immer die Winkel zum Satelliten bezüglich des Beobachtungsstandpunktes bzw. dem Standort der Schüssel wieder. Diese Winkel sind folglich standortabhängig. Dabei wird der Azimutwinkel ausgehend der Nordrichtung beschrieben und der Elevationswinkel ausgehend der horizontalen Blickrichtung.

Für die Stadt Göttingen im “Mittelpunkt” Deutschlands ergibt sich für den Astra 1 Satelliten bspw. einen Azimutwinkel von 168,3° und einen Elevationswinkel von 30,4°. Blickt man also direkt nach Norden zum Horizont, dann müsste man seinen Körper um 168,3° nach rechts drehen und den Kopf um 30,4°nach oben neigen. Nun würde man direkt zum Satelliten bzw. zu dessen ausgesendetem Signal schauen. Und genau in diese Richtung müsste man die Satellitenschüssel ausrichten, zumindest wenn man in Göttingen wohnt.

Abhängigkeit der Winkel vom Standort

Wie bereits angedeutet, ändert sich die relative Lage zum Satelliten je nach Standort der Schüssel. Aus diesem Grund ändern sich auch die einzustellenden Azimutwinkel und Elevationswinkel. Die untere Tabelle gibt für ausgewählte Städte die entsprechenden Winkel an (Quelle: Wikipedia und TechniSat). Für eine Grobjustierung der Satellitenschüssel ist es ausreichend, sich eine Stadt in der Nähe des Standortes der Satellitenschüssel auszusuchen. Die Satellitenschüssel wird man mit der Grobjustierung ohnehin nicht auf die Nachkommastelle genau einstellen können. Dafür ist schließlich die nachfolgend beschriebene Feinjustierung zuständig.

Stadt Azimutwinkel
(Horizontalwinkel)
Elevationswinkel
(Neigungswinkel)
Berlin172,629,7
Bremen167,128,6
Chemnitz172,031,5
Cottbus176,830,6
Dortmund165,230,0
Dresden173,031,3
Duisburg164,330,0
Erfurt169,531,1
Flensburg168,126,9
Frankfurt166,431,7
Freiburg164,933,8
Göttingen168,330,4
Hamburg168,628,3
Hannover168,129,5
Karlsruhe165,832,8
Kassel167,730,6
Kiel168,927,5
Koblenz165,131,3
Leipzig171,330,9
Magdeburg170,530,0
Mainz165,931,8
München169,834,2
Nürnberg169,432,8
Oldenburg166,428,5
Rostock171,327,9
Saarbrücken164,132,3
Stuttgart166,833,2
Trier163,831,7

https://www.dishpointer.com oder App DishPointer Pro

Hilfsmittel für das Ausrichten der Schüssel

Wenn es um die grobe Einstellung des Azimutwinkels geht, reicht eine einfache Kompass-App völlig aus. Beachten Sie aber, dass einige Anwendungen Ihnen als Richtung die geografische Richtung angeben (Rotationspol der Erdachse) anstelle der magnetischen Richtung (Magnetpol der Erde).

Für die Einstellung des Neigungswinkels ist an der Halterung der Satellitenschüssel meist bereits eine kleine Winkelskala zur Orientierung angebracht. Mit einem einfachen Maßstab kann man sich aber auch selbst behelfen. So erhöht sich bei einem Neigungswinkel von 30° eine gedachte Strecke auf einer Länge von einem Meter um ungefähr 58 cm. Für einen gegebenen Neigungswinkel \(\alpha\) können Sie über folgende Formel die Steigungshöhe auf einer beliebigen horizontalen Länge \(l\) berechnen:

\begin{align}
\label{res}
&\boxed{h= l \cdot \tan(\alpha)} \\[5px]
\end{align}

Skala an der Halterung der Satellitenschüssel für die Einstellung des Elevationswinkels (Neigungswinkel)
Abbildung: Skala an der Halterung der Satellitenschüssel für die Einstellung des Elevationswinkels (Neigungswinkel)

Wesentlich einfacher geht die Grobjustierung mit einer SatFinder-App. In der App wählt man zunächst den gewünschten Satelliten und den Standort der Satellitenschüssel aus. Anhand der eingebauten Sensoren weist das Smartphone einem dann direkt den Weg zum Satelliten.

Kein Signal-Empfang der Satellitenschüssel beim Ausrichten?

Kein Signal? Dann kann dies bspw. bei der Ausrichtung mit bloßem Auge auf den Offset der Satellitenschüssel zurückzuführen sein! Bei den meisten Satellitenschüsseln handelt es sich nämlich um Offsetantennen. Dies macht die rein optische Ausrichtung des Parabolspiegels etwas schwierig. In der Regel beträgt der Offset-Winkel bei Sat-Schüsseln 25°. Dies bedeutet, dass wenn Sie die Schüssel rein optisch senkrecht auf den Boden stellen, diese bereits um 25° noch oben “schaut”. Für einen erforderlichen Neigungswinkel von bspw. 30° müssen Sie die Schüssel also nur noch um 5 ° nach oben neigen.

Die genauen Offset-Winkel für Ihre Satellitenschüssel finden sie in dessen Produktbeschreibung. Diesen gilt es bei der Ausrichtung der Antenne zu berücksichtigen. Deshalb ergibt sich der tatsächlich an der Schüssel einzustellende Neigungswinkel aus aus dem in der oberen Tabelle angegebenen Elevationswinkel der Hauptstrahlung abzüglich dem Offset-Winkel. Folglich ergäbe sich für Göttingen, mit einem Elevationswinkel der Strahlung von 30,4° (siehe Tabelle oben) und einem Offset-Winkel der Satellitenschüssel von 25°, einen tatsächlich einzustellenden Neigungswinkel von nur 5,4°. Sollten Sie beim Ausrichten der Satellitenschüssel also zunächst kein Signal empfangen, dann kann dies daran liegen, dass kein Offset-Winkel berücksichtigt wurde!

Man erkennt an dem oberen Beispiel auch den Vorteil des Offset-Winkels. Offsetantennen sind für die beliebte Satellitenposition 19,2° Ost weit weniger geneigt als Schüsseln ohne Offset. Am Beispiel Göttingen eben nur um 5,4° anstelle von 30,4°. Dies verhindert, dass sich Staub, Dreck, Blätter oder Schnee an der Satellitenschüssel ansammeln und den Empfang negativ beeinflussen. Vor allem aber wird bei einem Offset erreicht, dass der LNB den einfallenden Strahlen nicht im Wege steht.

Beachten Sie, dass an vielen Halterungen von Satellitenschüsseln bereits eine Neigungsskala angebracht ist. Diese berücksichtigt in der Regel schon den Offsetwinkel der Satellitenschüssel. In diesem Fall können Sie direkt gemäß der Skala den Neigungswinkel einstellen.

Die Feinjustierung

Ob die grobe Ausrichtung der Satellitenschüssel Erfolg hatte oder nicht, sehen Sie in der Regel sofort, wenn Sie Ihren Fernseher einschalten. Sie sollte nun in der Lage sein einen ersten Senderdurchlauf durchzuführen. Anschließend können Sie für jeden eingestellten Sender über das Menü Ihres Receivers nähere Informationen hierzu abrufen. Unter anderem die Signalstärke (Pegel) und die Signalqualität. Beachten Sie aber, dass sich die Signalpegel von Sender zu Sender mehr oder weniger stark unterscheiden. Es lohnt sich deshalb bei der Feinjustierung der Schüssel immer mal wieder auch auf andere Sender zu schalten und die Signalstärke und Signalqualität zu prüfen.

Stärke (Pegel) und Qualität des vom LNB empfangenen Signals am Receiver
Abbildung: Stärke (Pegel) und Qualität des vom LNB empfangenen Signals am Receiver

Feinjustierung ohne spezielle Hilfsmittel

Nun zur Feineinstellung der Schüssel. Hierzu gibt es viele Möglichkeiten. Im Idealfall haben Sie den Fernseher mit den Signalinformationen direkt neben der Schüssel stehen. In diesem Fall könnten Sie live beobachten ob Ihre Korrekturen von Erfolg gekrönt sind oder nicht. In den meisten Fällen steht das Endgerät aber weit weg vom Aufstellungsort der Schüssel. Nehmen Sie sich in diesem Fall bspw. eine zweite Person zur Hilfe, die Ihnen per Telefon die Auswirkungen Ihrer Korrekturen mitteilt.

Das ständige “halt”, “vor”, “stopp”, “hoch”, “wieder zurück”, “noch ein bisschen” ist aber auch nicht wirklich effektiv. Schalten Sie in diesem Fall doch einfach per WhatsApp auf Videoanruf und legen das Smartphone ihres Partners vor den Fernseher. Auch dann haben Sie eine “Live-Schaltung” und können die Auswirkungen der Korrekturen direkt sehen.

Fangen Sie bei ihrer Feinjustierung am besten mit dem Optimieren des Azimutwinkels an. Hierzu stellen Sie den Neigungswinkel fest und nehmen zunächst nur Korrekturen durch Drehung der Schüssel vor. Drehen die Schüssel leicht in eine Richtung, sodass das Signal stärker wird. Wird das Signal hingegen wieder schwächer, drehen Sie zurück. Haben Sie den optimalen Winkel gefunden, dann arretieren Sie die Schüssel durch festziehen der Schrauben.

Lösen Sie nun die Arretierung für das Neigen der Schüsseln. Bewegen Sie die Schüssel leicht auf oder ab. Haben Sie eine optimale Position der Schüssel gefunden, dann Sie müssen aber damit rechnen, dass sich beim Anziehen der Feststellschrauben die Ausrichtung wieder leicht ändern wird. Berücksichtigen Sie dies also im Vorfeld mit und gehen Sie deshalb etwas über den optimalen Punkt hinaus.

Oft hört man auch, man solle beim Ausrichten der Schüssel ein nasses Tuch über den LNB legen, um Regen zu simulieren. Die Sinnhaftigkeit eines solchen Vorgehens darf stark bezweifelt werden. Denn ob Sie ein Tuch verwenden oder nicht, hat mit der optimalen Ausrichtung überhaupt nichts zu tun. Es gibt keine optimale Ausrichtung speziell für Regenwetter oder für Sonnenschein. An der optimalen Ausrichtung wird sich also nicht ändern, nur weil es regnet oder Sie dies mit einem feuchten Tuch simulieren! Im Gegenteil: Im ungünstigsten Fall provozieren Sie mit einem Gegenstand vor dem LNB ungünstige Reflexionen, die das Signal beeinflussen und somit eine optimale Ausrichtung erschweren.

Feinjustierung mit einem Satfinder

Für die Feinjustierung der Schüssel gibt es aber auch kleine technische Helfer. Mit einem sogenannten Satellite Finder (Sat-Finder) wird das Satellitensignal in ein akustisches bzw. optisches Signal umgewandelt, sodass Sie die richtige Ausrichtung Ihrer Satellitenschüssel schnell finden können. Sie benötigen dann nicht mehr den direkten Blick auf Ihren Fernseher. Hierzu wird das Messgerät zwischen Schüssel (bzw. LNB) und Receiver angebracht. Die Stromversorgung erfolgt dann direkt über den Receiver selbst, sodass keine zusätzlichen Batterien für den Satellitenfinder benötigt werden.

Anschließen des Sat-Finders am Receiver und LNB zum Ausrichten der Satellitenschüssel
Abbildung: Anschließen des Sat-Finders am Receiver und LNB zum Ausrichten der Satellitenschüssel

Das akustische Signal wird lauter, wenn Sie sich dem optimalen Ausrichtungspunkt nähern und schwächer, wenn Sie sich wieder davon entfernen. Zusätzlich wird Ihnen die Signalstärke auch graphisch über einen analogen Zeiger oder auf digitalem Wege angezeigt. Die Vorgehensweise der Ausrichtung ist prinzipiell dieselbe wie im Abschnitt zuvor beschrieben.

Satellite Finder (Sat-Finder) zum Ausrichten der Satellitenschüssel
Abbildung: Satellite Finder (Sat-Finder) zum Ausrichten der Satellitenschüssel

Sollten Sie anschließend der Meinung sein, die optimale Ausrichtung der Satellitenschüssel gefunden zu haben, dann sollten Sie diese dennoch direkt am Fernseher überprüfen. Schauen Sie sich hierzu mehrere unterschiedliche Sender an und holen Sie sich über das Menü Ihres Receivers detailliertere Informationen zu den Signalstärken und Signalqualitäten. Sollte es dennoch zu Problemen kommen, dann können die Ursachen vielfältig sein. Mögliche Fehler und Ursachen beim Installieren einer Sat-Anlage und deren Behebung finden Sie in dem verlinkten Artikel.

Einstellen des SKEW-Winkels

Wahrscheinlich haben Sie noch nie etwas vom sogenannten Skew-Winkel gehört. Dieser wird auch als Verdrehwinkel bezeichnet. Der Skew-Winkel gibt die Schräglage des LNB an. Für die Satellitenposition Astra 19,2° Ost hat der Skew-Winkel hierzulande kaum eine Bedeutung, weshalb dieser bei der Ausrichtung der Satellitenschüssel auch kaum eine Rolle spielt. Bei Multifeed-Anlagen oder bei mobilen Satellitenschüsseln, die man im Urlaub an ausländischen Standorten platziert, kann der Skew-Winkel aber bedeutsam werden.

Drehung des LNB zur Korrektur schräg einfallender Strahlung (Skew-Winkel)
Abbildung: Drehung des LNB zur Korrektur schräg einfallender Strahlung (Skew-Winkel)

Um dies zu verstehen, muss man sich die spezielle Übertragung und Verarbeitung der Satellitensignale vor Augen führen. Der Satellit strahlt die elektromagnetischen Wellen nämlich in zwei Ebenen ab, die senkrecht zueinander stehen (Polarisationsebenen genannt). In der untere Abbildung ist die horizontale Schwingungsebene grün gezeichnet und die vertikale Schwingungsebene rot.

Übertragung der Sender auf unterschiedlichen Polarisationsebenen
Abbildung: Übertragung der Sender auf unterschiedlichen Polarisationsebenen

Einige Sender werden über die vertikale Polarisationsebene übertragen und andere wiederum über die horizontale. Um diese unterschiedlichen Polarisationsebenen zu empfangen, hat der LNB im Prinzip zwei Antennen verbaut, nämlich für jede Polarisationsebene eine. Für den Empfang ist es natürlich wichtig, dass die jeweiligen Satellitensignale korrekt auf die Antennen im LNB auftreffen. Deshalb muss der LNB so gedreht werden, dass die “vertikale” Antenne auch tatsächlich parallel zum “vertikalen” Satellitensignal ausgerichtet ist (da die Antennen senkrecht zueinander stehen, ist dann auch automatisch gewährleistet, dass die “horizontale” Antenne die korrekte Lage hat).

Nun darf man aber die Begriffe vertikal und horizontal nicht wörtlich nehmen. Denn tatsächlich muss die vermeintlich vertikale Polarisationsebene nicht vertikal zur Erdoberfläche orientiert sein und die horizontale Ebene nicht horizontal. Dies liegt daran, dass die Erde eine Kugel ist. Die vom Satelliten ausgesendeten Polarisationsebenen werden je nach Standort in einem unterschiedlichen Winkel empfangen. Die untere Abbildung und Animation zeigt hierzu zwei unterschiedliche Standorte auf der Erde. Ein Beobachter an der Position A empfängt die horizontal ausgesendeten Signale tatsächlich parallel zur Erdoberfläche. Zur Position B hin verdrehen sich die Ebenen allerdings. Am Standort B haben sich die Polarisationsebenen gerade um etwa 45° verdreht. Ein LNB müsste in diesem Fall eine Schräglage von 45° haben (alternativ könnten Sie natürlich auch die ganze Schüssel schräg stellen).

Drehung der Polarisationsebene je nach Standort auf der Erde
Abbildung: Drehung der Polarisationsebene je nach Standort auf der Erde
Animation: Drehung der Polarisationsebene je nach Standort auf der Erde

Die Internetseite von dishpointer berechnet Ihnen für Ihren Standort diesen Skewwinkel. Hinter dem LNB stehend und Blickrichtung auf die Schüssel, müssen Sie den LNB bei negativen Werten gegen den Uhrzeigersinn drehen und bei positiven Werten im Uhrzeigersinn. Je nach Bedienungsanleitung Ihrer Schüssel kann von dieser Konvention jedoch auch abgewichen werden.

Im Gegensatz zum Elevationswinkel und Azimutwinkel, lässt der Skew-Winkel eine deutlich größeren Spielraum zu. Skew-Winkel kleiner als 5° müssten Sie in der Regel nicht korrigieren. Die Signalabschwächung beträgt dabei meist unter 2 %. Relevant wird der Skew-Winkel erst bei Werten größer etwa 10°. Deshalb spielt der Skew-Winkel für die Astra-Satelliten hierzulande auch kaum eine Rolle, da dieser in Deutschland mit unter 5° sehr gering ausfällt. Machen Sie mit Ihrem Wohnwagen hingegen Urlaub in Frankreich, dann kann je nach Standort der Skew-Winkel für den Astra-Satelliten auf teilweise (-)12° steigen. In diesem Fall sollten Sie die Verdrehung des LNBs in Betracht ziehen.

Skew-Winkel unter 5° müssen Sie in der Regel nicht berücksichtigen.