Kennen Sie den Unterschied zwischen einer Durchgangsdose, Enddose und Stichdose? Wir erklären Ihnen einfach und verständlich die Unterschiede und den jeweiligen Einsatzzweck! Folgende Frage soll dieser Artikel unter anderem beantworten:

  • Was ist der Unterschied zwischen einer Durchgangsdose, Enddose und Stichdose?
  • Wofür werden Abschlusswiderstände benötigt?
  • Was ist eine Stammleitung?
  • Weshalb kann man Stichdosen nicht als Enddosen verwenden?
  • Wozu dienen rückkanalfähige Dosen?

Durchgangsdosen

Wie der Name bereits andeutet, bietet eine Durchgangsdose die Möglichkeit die Signale eines meist unter Putz verlegten Koaxialkabels durchzuleiten bzw. weiterzuleiten. Das Signal kann mit einem Antennenkabel somit nicht nur an dieser Dose abgegriffen werden, sondern auch an allen nachfolgend angeschlossenen Durchgangsdosen (allgemein auch als Antennendosen bezeichnet). Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Durchschleifen eines Signals (Durchschleiflösung). Durchgangsdosen werden manchmal auch etwas unpräzise als Abzweigdosen bezeichnet. Eingesetzt werden diese Dosen bspw. bei einem herkömmlichen Kabelfernsehanschluss oder bei einer Satellitenanlage mit Einkabellösung (sog. Baumstrukturen).

Durchgangsdose
Abbildung: Durchgangsdose

Durchgangsdosen schleifen Signale durch und können somit mehrere hintereinander geschaltete Durchgangsdosen mit demselben Signal versorgen!

Eine Durchgangsdose hat folglich einen Eingang und einen Ausgang für das unter Putz verlegte Koaxialkabel. Dabei ist beim Anschließen der Koaxialkabel auf eine saubere Anbringung zu achten, um Dämpfungen (Signalabschwächungen) und Störeinflüsse aufgrund unzureichender Abschirmung zu minimieren.

Durchgangsdämpfung und Anschlussdämpfung

Durchgangsdosen leiten das eingehende Signal natürlich nicht nur an den internen Durchschleifausgang weiter, sondern stellen dieses auch an dem eigentlichen Dosenanschluss zur Verfügung (dort wo dann das externe Antennenkabel angeschlossen wird). Folglich besitzen Durchgangsdosen nicht nur eine Durchgangsdämpfung, sondern auch eine Anschlussdämpfung!

Die Durchgangsdämpfung gibt die Abschwächung des Signals beim Durchschleifen durch die Dose an. Die Anschlussdämpfung macht hingegen eine Aussage über die Signalabschwächung beim Anschluss eines externen Antennenkabels an die Dose (” Teilnehmerdämpfung”). Beträgt die Durchgangsdämpfung bspw. 4 dB, dann schwächt sich das Signal beim Durchschleifen durch die Dose um 4 dB ab. Kommt zum Beispiel ein Signal mit einer Stärke von 77 dB an, dann beträgt der Signalpegel nach der Durchgangsdose nur noch 73 dB.

Anschlussdämpfung und Durchgangsdämpfung an einer Durchgangsdosen
Abbildung: Anschlussdämpfung und Durchgangsdämpfung an einer Durchgangsdosen

Schließen Sie an diese Durchgangsdose ein Antennenkabel an, dann ist in diesem Fall nicht die Durchgangsdämpfung relevant, sondern die Anschlussdämpfung. Beträgt die Anschlussdämpfung bspw. 12 dB, dann schwächt sich das an der Dose eingehende Signal von 77 dB-Signal beim Abgriff durch ein Antennenkabel um 12 dB ab. Folglich ist am Ausgang der Dose bzw. am Eingang des angeschlossenen Antennenkabels nur noch eine Signalstärke von 65 dB vorhanden.

Gegenseitige Beeinflussung von Durchgangsdämpfung und Anschlussdämpfung

Wünschenswert wäre natürlich sowohl eine geringe Anschlussdämpfung als auch eine geringe Durchgangsdämpfung. Beides ist aus physikalischer Sicht aber nicht möglich. Beide Dämpfungen beeinflussen sich nämlich gegenseitig. Wäre bspw. keine Anschlussdämpfung vorhanden, dann würde man das gesamte Signal ohne Energieverlust an der Dose entnehmen. In diesem Fall wäre dann aber keine Energie mehr vorhanden, mit der das Signal weitergeleitet werden kann.

Signalfluss bei Nicht-Vorhandensein von Dämpfungen
Abbildung: Signalfluss bei Nicht-Vorhandensein von Dämpfungen

Wäre umgekehrt keine Durchgangsdämpfung, dann würde die gesamte Energie des Signals vollständig durch die Dose durchgeschleift werden. In diesem Fall wäre keine Energie mehr vorhanden, mit der das Signal an der Dose entnommen werden kann. Man kann sich den Signalfluss wie fließendes Wasser in einem Rohr vorstellen. Wenn Sie das gesamte Wasser an einer Zweigstelle entnehmen, dann kann auch keines mehr weitergeleitet werden.

Anmerkung: Die Signalstärke müsste korrekterweise in der Einheit dB µV (“Dezibel Mikrovolt”) angegeben werden, da das elektrische Signal schließlich über die Spannung realisiert wird. In der Praxis wird aber häufig die Einheit Mikrovolt (µV) weggelassen und man spricht nur von Dezibel (dB).

Verteilung der Signalpegel

In der Praxis sollte der Signalpegel am Antenneneingang des Fernsehers bzw. am Receiver zwischen 50 dB und 75 dB. Bei zu geringen Werten kann das Endgerät die einzelnen Signale nicht mehr korrekt trennen und die Fehlerrate steigt. Im Extremfall lässt sich kein Bild mehr darstellen. Zu große Signalstärken sind ebenso wenig von Vorteil, da dies zur Übersteuerung der elektronischen Geräte führt. Auch auf diese Weise ist keine korrekte Interpretation der Signale nicht mehr möglich; das Bild wird fehlerhaft.

Bei einer Reihenschaltung von mehreren Dosen muss man also sicherstellen, dass auch die letzte Dose noch ein ausreichend starkes Signal hat. Im Falle von Breitbandkabel-Anlagen (BK-Anlagen) verstärkt deshalb ein Breitbandkabel-Verstärker (BK-Verstärker) das Signal nach dem Übergabepunkt im Haus. Bei Satellitenanlagen erreicht man eine ausreichend hohe Signalstärke hauptsächlich durch das korrekte Ausrichten der Satellitenschüssel.

Breitband Kabelanlage (BK-Anlage)
Abbildung: Breitband Kabelanlage (BK-Anlage)

Durch eine hohe Verstärkung stellt man also sicher, dass das Signal auch an der letzten Dose ausreicht hoch ist. Dies kann aber dazu führen, dass das Signal an der ersten Dose zu hoch ist und es damit zum besagten Übersteuern kommt. Deshalb gibt es Durchgangsdosen mit abgestuften Dämpfungswerten. Diese sind so einzubauen, dass alle Teilnehmer innerhalb einer Tolerant von etwa ±5 dB denselben Signalpegel haben. Typischerweise liegen die Anschlussdämpfungen der Durchgangsdosen im Bereich zwischen 7 dB und 20 dB.

Die untere Abbildung zeigt hierzu schematisch die Verteilung der Signalpegel durch den Einsatz unterschiedlicher Durchgangsdosen. Man sieht also, dass man durch geschickte Wahl der Dämpfungswerte eine nahezu identische Verteilung der Signalpegel erreichen kann. Ein solches Einstellen der Signalpegel (Einpegeln genannt) ist natürlich immer auch ein Zusammenspiel mit dem davor geschalteten Verstärker und anderen verbauten Komponenten. Der Laie hat hierzu in der Regel weder die nötige Fachkenntnis noch die technische Ausrüstung für ein fachgerechtes Einpegeln. Man sollte dies deshalb besser den Technikern einer Fachfirma überlassen.

Durchgangsdämpfung und Anschlussdämpfung bei Durchgangsdosen
Abbildung: Durchgangsdämpfung und Anschlussdämpfung bei Durchgangsdosen

Entkopplung

Grundsätzlich werden bei einer Durchschleiflösung auch immer Störsignale von anderen Teilnehmern in das gemeinsame Koaxialkabel eingekoppelt. Diese sind natürlich unerwünscht. Aus diesem Grund müssen die Störsignale durch eine möglichst große Dämpfung von den eigentlichen Bild- und Tonsignalen entkoppelt werden (Teilnehmerentkopplung). Diese “Störsignaldämpfung” wird deshalb auch als Entkopplungsdämpfung oder kurz als Entkopplung bezeichnet.

Verteilen Sie über das gemeinsame Koaxialkabel (Stammleitung) kein Kabelfernsehen sondern Satellitenfernsehen mit Hilfe der Unicable-Technik, dann benötigen Sie spezielle diodenentkoppelte Durchgangsdosen (mehr Informationen zu einer solchen Einkabellösung im Bereich der Satellitentechnik finden Sie im verlinkten Artikel).

Bei einer Durchschleiflösung wird über die Stammleitung in der Regel aber nicht nur eine Signalart übertragen. Ein Koaxialkabel kann gleichzeitig Kabelfernsehen (DVB-C) und Satellitenfernsehen sowie zusätzlich Radiosignale oder Datenpakete für das Internet übertragen. Alle diese unterschiedlichen Signale müssen an der Multimediadose wieder getrennt und auf die unterschiedlichen Ausgänge verteilt werden. Dies erfordert eine interne Entkopplung der Signale mit einer entsprechenden Entkopplungsdämpfung. Diese Entkopplungsdämpfung sollte so groß wie möglich sein und ist in der Praxis jedoch stark frequenzabhängig (je nach Frequenz zwischen 30 dB und 80 dB).

Zusammenfassend kann man also zwei Entkopplungen unterscheiden. Zum einen die interne Entkopplung der gemeinsam übertragenen Signale zur Signalaufteilung auf die verschiedenen Ausgänge einer Dose. Zum anderen die externe Entkopplung der einzelnen Dosen untereinander zur Verringerung der gegenseitigen Signalbeeinflussung.

Für den Fall, dass Sie über Ihr Kabelnetz auch Internet beziehen, benötigen Sie rückkanalfähige Durchgangsdosen, denn schließlich empfangen Sie nicht nur Daten aus dem Internet, sondern senden auch Daten über das Koaxialkabel an das Internet. Welche speziellen Multimediaanschlussdosen (MMD) Sie in diesem Fall benötigen, erfragen Sie am besten bei Ihrem Kabelnetzanbieter. Bei falschen Dosen besteht die Gefahr, dass die Entkopplungsdämpfung für den Rückkanal zu groß ist und dann keine Datenpakete übertragen werden.

Enddose

Bei einer Durchschleiflösung mit mehreren Durchgangsdosen kommt der letzten Dose eine besondere Bedeutung zu. Ist nämlich an dieser Dose kein Teilnehmer angeschlossen, dann wird ein ankommendes Signal natürlich auch nicht ausgekoppelt. Mit jedem Signal ist aber auch eine bestimmte Energie verbunden und diese kann sich bekanntermaßen nicht in Luft auflösen. Das Signal wird an dieser letzten Dose folglich reflektiert und läuft über das Koaxialkabel zurück. Dabei überlagert sich dieses rückläufige Signal mit den entgegenkommenden Signalen. Es kommt zu unerwünschten Signalüberlagerungen (auch als Interferenzen bezeichnet).

Man kann sich die Reflexion des Signals wie eine Wasserwelle in einem Kanal vorstellen, der plötzlich aufhört. Die Wasserwelle läuft dann auf das Kanalende auf, wird dort reflektiert und läuft anschließend wieder zurück. Es kommt schließlich zur unerwünschten Überlagerung mit den anderen entgegenkommenden Wellen.

Abschlusswiderstand (Endwiderstand)

Man muss deshalb das Restsignal an der letzten Dose auskoppeln, welches sonst reflektiert werden würde. Dies geschieht mit Hilfe eines sogenannten Abschlusswiderstandes. Ein solcher Abschlusswiderstand wird auch als Endwiderstand bezeichnet und hat in der Regel einen Widerstandswert von 75 Ohm. Der Abschlusswiderstand ist identisch mit der Impedanz der Leitung, um sozusagen ein unendliches Fortlaufen der Leitung zu simulieren.

Abschlusswiderstand (Endwiderstand) an einer Durchgangsdose (Enddose)
Abbildung: Abschlusswiderstand (Endwiderstand) an einer Durchgangsdose (Enddose)

Die letzte Dose einer Reihenschaltung, die sogenannte “Enddose”, muss also mit einem 75-Ohm-Abschlusswiderstand abgeschlossen (terminiert) werden. Hierzu klemmt man lediglich den Abschlusswiderstand an den Ausgang der letzten Durchgangsdose an, an den normalerweise die Stammleitung weitergeführt werden würde. Die Enddose ist in der Praxis also meist kein eigener Dosentyp, sondern eine herkömmliche Durchgangsdose, die mit einem integrierten Abschlusswiderstand von 75 Ohm abgeschlossen ist.

Als “Enddose” bezeichnet man die letzte Durchgangsdose einer Reihenschaltung, die mit einem speziellen Abschlusswiderstand terminiert ist, um unerwünschte Signalreflexionen zu vermeiden.

Viele Hersteller bieten fertige “Enddosen” mit bereits integriertem Endwiderstand an. Sie können den Abschlusswiderstand aber auch separat kaufen und einfach an Ihre letzte Durchgangsdose montieren.

DC-entkoppelte Abschlusswiderstände

Bei gleichspannungsführenden Leitungen wie bspw. bei der Unicable-Lösung oder bei aktiven DVB-T2-Antennen, müssen Sie als Abschlusswiderstände in der Regel gleichstromentkoppelte (DC-entkoppelte) Endwiderstände verwenden. Diese sorgen neben der eigentlichen Signalauskopplung auch für die Auskopplung der Gleichspannung. Ansonsten würde der Abschlusswiderstand also ohmscher Widerstand den Gleichstrom in Wärme umwandeln und sich somit unzulässig stark erwärmen.

Umgekehrt können Sie DC-entkoppelte Abschlusswiderstände prinzipiell auch bei gleichspannungsfreien Leitungen nutzen. Im Zweifelsfall greifen Sie also gleich zu einem DC-entkoppelten Abschlusswiderstand. Gleichstromentkoppelte Endwiderstände sind meist etwas größer und länglicher im Vergleich zur nicht-DC-entkoppelten Variante.

Stichdosen

Die Stichdose wird auch als Stichleitungsdose oder als Einzeldose bezeichnet. Sie kommt typischerweise in einer Sternverteilung bei Satellitenanlagen mit Multischaltern zum Einsatz. Die vom Multischalter abgehenden Stichleitungen können die Signale nur jeweils zu einem einzigen Teilnehmer übertragen (warum dies so ist, erfahren Sie im Artikel Übertragung und Verarbeitung der Satellitensignale). Jede Dose hat somit seine eigene Leitung zum zentralen Multischalter.

Vergleich der Verteilungsstrukturen beim Kabelfernsehen (Baumstruktur) und beim herkömmlichen Satellitenfernsehen (Sternstruktur)
Abbildung: Vergleich der Verteilungsstrukturen beim Kabelfernsehen (Baumstruktur) und beim herkömmlichen Satellitenfernsehen (Sternstruktur)

In einer Sternstruktur beeinflussen sich die einzelnen Teilnehmer per se nicht gegenseitig, da die Leitungen physisch getrennt sind. Die erforderlichen Anschlussdosen müssen deshalb auch keine Teilnehmerentkopplung vornehmen. Stichdosen sind somit speziell für den Anschluss nur eines Teilnehmers ausgelegt und besitzen eine relativ geringe Anschlussdämpfung. Eine Durchgangsdämpfung ist bei Stichdosen natürlich nicht vorhanden, da kein Signal durchgeschleift wird. Da Stichdosen keine Teilnehmerentkopplung vornehmen, können sie diese auch nicht in einer Reihenschaltung als Enddosen verwenden. Als Durchgangsdosen können Sie Stichdosen ohnehin nicht verwenden, da sie nur einen Eingang besitzen.

Stichleitungsdose, Stichdose, Einzeldose
Abbildung: Stichdose

An die Stammleitung einer Baumstruktur können mehrere Durchgangsdosen hintereinandergeschaltet werden, die mit einem Endwiderstand abgeschlossen wird (“Enddose”). An die Stichleitung einer Sternstruktur hingegen wird lediglich eine einzelne Stichdose gesetzt (“Einzeldose”).